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3 (1861) Englische Fragmente und Shakspeare's Mädchen und Frauen
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thront, ist schon desshalb als unwahr verwerflich,weil zur geschichtlichen Wahrheit nicht bloß diegenauen Angaben des Faktums, sondern auch ge-wisse Mittheilnngcn über den Eindruck, den jenesFaktum auf seine Zeitgenossen hervorgebracht hat,nothwendig sind. Diese Mittheilungen sind aberdie schwierigste Aufgabe; denn es gehört dazu uichtbloß eine gewöhnliche Notizcnkundc, sondern auchdas Anschauungsvcrmögen des Dichters, dem, wieShakspeare sagt, „das Wcseu und der Körper ver-schollener Zeiten" sichtbar geworden.

Und ihm waren sie sichtbar, nicht bloß dieErscheinungen seiner eigenen Landcsgeschichte, son-dern auch die, wovon die Annalen des Altcrthumsuns Kunde hinterlassen haben, wie wir es mitErstaunen bemerken in den Dramen, wo er dasuntergegangene Römerthum mit den wahrsten Far-ben schildert. Wie den Rittcrgestaltcn des Mittel-alters, hat er auch den Helden der antiken Weltin die Nieren gesehen, und ihnen befohlen, dastiefste Wort ihrer Seele auszusprechen. Und immerwusstc er die Wahrheit zur Poesie zu erheben, undsogar die gemüthlosen Römer, das harte nüchterneVolk der Prosa, diese Mischlinge von roher Raub-sucht und feinem Advokatensinn, diese kasuistischeSoldateske, wusste er poetisch zu verklären.