— 170 —
Ebenmaß der Form erzielen, und in der eigent-lichen Kunst, namentlich aber in dem snelrainsmöntckss soenss, den armen Shakspeare übertreffen.
Ja, Das ist es, der große Brittc ist nicht, bloßDichter, sondern auch Historiker; er handhabt nichtbloß Mclpomcne's Dolch, sondern auch Klio's nochschärferen Griffel. In dieser Beziehung gleicht erden frühesten Geschichtschrcibern, die ebenfallskeinen Unterschied wnssten zwischen Poesie undHistorie, und nicht bloß eine Nomenklatur desGeschehenen, ein staubiges Herbarium der Ereignisselieferten, sondern die Wahrheit verklärten durchGesang, und im Gesänge nur die Stimme derWahrheit tönen ließen. Die sogenannte Objektivität,wovon heut so viel die Rede, ist Nichts als einetrockene Lüge; es ist nicht möglich die Vergangen-heit zu schildern, ohne ihr die Färbung unserereigenen Gefühle zu verleihen. Ja, da der sogenannteobjektive Gcschichtschrciber doch immer sein Wortan die Gegenwart richtet, so schreibt er unwillkür-lich im Geiste seiner eigenen Zeit, und dieser Zeit-geist wird in seinen Schriften sichtbar sein, wiesich in Briefen nicht bloß der Charakter des Schrei-bers, sondern auch des Empfängers offenbart. Jenesogenannte Objektivität, die, mit ihrer Leblosigkeitsich brüstend, auf der Schädclstättc der Thatsachcn