Druckschrift 
3,1 (1846)
Entstehung
Seite
378
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vor, welches das Gegentheil zu beweisen scheint; man hatIhn verächtlich über die Predigt urtheilen und Ihn sagenhören:Die meisten Herren Pastoren auf der Kanzel echauf-siren sich in leeren Redensarten;" und dann wieder:Es isteine erschreckliche Zumuthung, über eine halbe Stunde dazu-sitzen und ungewaschenes Zeug mit anzuhören, das nicht zumAushalten ist." Man sollte meinen, daß Er nach solchenAeußerungen, wie so Viele zu thun Pflegen, lau gegen dieöffentlichen Versammlungen der Christen- gewesen sein undsie verlassen haben würde. Aber Niemand kann bei vielenGeschäften und ihrer Abhaltung ein fleißigerer und accurate-rer Kirchengänger sein, als König Friedrich Wilhelm III. eswar. Regelmäßig wohnte Er mit Seiner Gemahlinn undSeinen Kindern dem öffentlichen Gottesdienste an Sonn-und Festtagen andächtig bei; und dieß that Er nicht ausGewohnheit, nicht des Beispiels wegen, sondern aus Bedürf-niß, sich zu erbauen. Reiste Er am Sonntage, den Er inEhren hielt und heiligte, so wußte Er es so einzurichten,daß Er ungekannt dem Gottesdienste in einer Kirche, dieIhm am Wege lag, beiwohnte, und fand Er es in derselbenund den Prediger nach Seinem Wohlgefallen, so folgte ge-wiß für ihn ein Geschenk und für die Armen des Orts eineGabe. Dorf- und Stadtpfarrer, die nach Seinem Herzenwaren, empfahl Er selbst zur besseren Beförderung demgeistlichen Minister, und die Fälle waren nicht selten, daß Ersolchen Geistlichen, den Er überraschte undwachend" fand,notirte und ihm eine einträglichere Pfarre gab. Er sprachgern und oft über Kanzelvorträge, die ihm gefallen, und vorAllem liebte Er die analytischen, wenn das Thema nicht nur imText lag, sondern aus ihm und seiner Reichhaltigkeit auch dieeinzelnen Redetheile in logischer Ordnung motivirt Hergenom-