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Strom begeisternder Gesänge zum Lobe des Herrn ihn saustund gewaltig mit sich fortriß?!"
»Daß alles dieß, welches so überzeugend den Werthhimmlischer Hülfsmittel zur Belebung eines religiösen Sin-nes beweist, dem reinen evangelischen Christcnthumnicht fremd und zuwider sei — wird nun von selbstklar werden. Es ist wahr, die christliche Kirche hat in ihrenersten drei Jahrhunderten, so lange sie eine gedrückte undverfolgte war, und alles Aufsehen vermeiden mußte, keineBilder gehabt; aber schon im zweiten Jahrhundert wurde,bei aller edlen apostolischen Einfalt, das Zeichen des heiligenKreuzes, ein Symbol des Glaubens an den Gekreuzigten,bei der Taufe und dem heiligen Abendmahl, mit tiefer Ehr-furcht gebraucht. Und kaum hatte mit dem Ende des drit-ten Jahrhunderts die Verfolgung der Christen nachgelassen,kaum war der damals herrschende Römische Kaiser zumChristcnthum übergetreten, als man das im Menschen so tiefliegende Bedürfniß, äußerlich darzustellen, was er verehrendund liebend im Herzen trägt, nun auch öffentlich und immerallgemeiner befriedigte. Freilich übertrieb man es leider balddamit; freilich wurde im Fortschritte der Zeit die edle, stille,einfache, gcist- und gcmüthvolle Verehrung der ersten Chri-sten ein geräuschvoller, mit Pomp und Pracht überladener,bloß sinnlischer Dienst; das, was als Mittel nur einenbedingten Werth hat, wurde der Zweck selbst, und in Aber-glauben und Gottcsvergessenheit versank die Geistlichkeit unddas Volk. Aber als der von Gott gesandte Luther mit sei-nen kräftigen Gehülfen im sechzehnten Jahrhundert die ver-unstaltete Kirche reinigte und eine verjüngte Kirche auf denuralten Felsengrund des göttlichen Evangeliums bauete, wollte