Druckschrift 
3,1 (1846)
Entstehung
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doch dieser große Gedanke vor meiner begeisterten Seele. Ichvergaß Altes und Neues; ich huldigte keinem theologischenSystem, hielt mich allein an das klare Wort Gottes; com-pvnirte die sonntägliche Liturgie und die festtägliche aus derheiligen Schrift, hauptsächlich aus den Schriften des Johan-nes. In Zeit von vier Monaten war ich mit dieser Arbeitfertig, die ich nun verbessern und feilen konnte.

Weniger frei bewegte ich mich in der Anfertigung derübrigen Formulare, die zur Agende gehören. Das Haupt-sächlichste, was in älteren und neueren Zeiten darüber inDeutschland erschienen, hatte ich wie Schanzen und Boll-werke in vielen Schriften neben mir liegen. Ich las, ver-glich, verwarf, und wählte. Nicht nur viele Zeit verlor ichdadurch, sondern auch die Stetigkeit und Selbstständigkeit derSeele wich von mir; Nichts war mir gut genug mehr; ichkam in's Flicken und setzte Heterogenes in Materie und Formzusammen; es fehlte meiner Arbeit der Eine Guß aus EinemStücke und seine Rundung. Ich versteckte und verbesserte,so viel ich konnte, und hatte wenigstens den Trost nach ge-thaner Arbeit, sie so gut gemacht zu haben, als ich konnte. *)

') Von den vielen Agenden, die ich las, hat mir keine besser ge-fallen und habe ich keine mehr benutzt, als die, welche in Bre-men von den rcformirten Gemeinden gebraucht wird. Sie hatGeist und Leben, und wird, erschienen 1793, nur in der Stadtund ihrem Gebiete, so viel ich weiß, gebraucht. Die zusam-menhaltende Kraft der Erbauung, die in dieser Liturgie liegt,verdient weitere Kreise, und darum gebe ich hier aus ihnenkurze Auszüge. So heißt es zum Beispiel in der Form, dieKinder zu taufen, Seite 17:So wartet denn auf dich, ge-