Druckschrift 
3 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 3
Entstehung
Seite
312
Einzelbild herunterladen
 

ZI2

Der Bauerhof,

nothwenissgen gemeinen Ausgaben so weit gehen, da" ei:seine Pacht nicht erhalten dann. Wo es anders geHallenwird, da wird der billigste Verpächter von dem unbilligenhintergangen. Jedoch wir müssen noch etwas von denPersonen sagen, welche die Actie besitzen.

Die Abtheiinng derselben hat viele Schwierigkeitenweil es unsrer Sprache an geschickten Ausdrücken mausgelt, und der Gebrauch so eigensinnig ist, daß er oft diewidersinnigsten Dinge mit einander verknüpft; wie z. Ein dein Worre: freyadlich, welches zwar mit Rechtausgebracht, aber doch ganz widersinnig ist. Denn die'Benennung adel soll den höchsten Grad einer r.rsprüng-liehen Freyhcit erschöpfen; und man konnte nicht freysadlich sagen, als bis man die, welche sich zu Diensteverpflichtet und ihren Adel damit aufgegeben hatten, auchnoch aus Gefälligkeit edle nannte. Außerdem ist dasWort frey immer nur relativ, und bebeutet eine Aus-nahme, und Leute, die Leibeigen sind, können Freysund Hoch fr eye genannt werben, wenn sie durch Pri-vilegien von gemeinen Lasten befreyet sind. Dieses mach:die Eintheilung sehr schwer.

Mir hat indessen allemal die Eintheilung in Weh-ren und Leute die beste zu seyn geschienen. Ersteregehören für ihre Personen keinen Menschen an, letzterehingegen sind andern entweder von ihrer Geburt an,oder durch Enrollement verpflichtet oder zugeboren. Nuntheile ich erstlich die Wehren ab in edle und gemeine,inibües et ia-;eulios. und ob sich gleich beyde in Dienstebegeben, folglich wirkliche Diener seyn können: so sindes doch allemal edel- und frey - geborne Leute.

Aber auch die Leute theile ich in edle und ge-meine ab. In der ersten Classe befinden sich die Ed-len, welche den euteid freywillig abgelegt haben, so wiediejenigen, welche von diesen im Dienste geboren sind.

Die