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3 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 3
Entstehung
Seite
298
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2 9 s Nichts ist schädlicher, :c.

oder zu wenig thne, wenn ich dazu schreite, und derRich.ter in einer Sache, wo es sehr aufsein Gewissen an-kömmt, eben so unschlüßig ist. Da nun immittelst dieHeuer fortgehet, und 54 kleine Heuerleute auf dem Lan-de herumwühlen: so weis ich wahrlich nicht, was ichthnn soll, wenn einmal die Gebäude fallen, und icheinen Bauer nöthig habe, der solche von neuen aufrich-ten und den Hof in der öffentlichen Reihe vertheidi-gcn soll.

Wäre es nun aber bey solchen Umständen nicht tau-sendmal besser, daß eine standhaste Linie gezogen würde,nach welcher dem Eigenbehörigen ein gewisser bestimmterFrcystamm ausgesetzt, und dieselben sofort, wenn sie die-sen mit ihren Schulden erreichten, vom Hofe gesetzt wür-den. Wenn ein frcyer Eigner im Stiste nicht bezahlenkann: so fragt man nicht darnach, ob er durch übleWirthschaft oder auf eine andre Art, zurückgekommen sey;sondern verkaust ihm sein Gut. Der Leibeigne hingegenbleibt auf dem Hofe hangen, wenn er ihn auch noch sosehr verschuldet hat, weil man seinem Rechte am Hofekeinen bestimmten Werth gesetzt hat. Der eine Guts-herr macht sich ein Elvissen daraus, ihn abzuäuffern;der andre, so dazu schreitet, findet keinen, der den Hofwieder annehmen will, weil sich jeder im Kirchspiel einGewissen daraus macht, auf einen Hof zu ziehen, wovondas Geblüt entsetzet worden. Sobald ist aber nicht derFreystamm erklärt; so fällt das Gewissen von beydenSeiten weg, und die Abäusserung wird gleichsam ein ge-meiner Verkauf des Freystamms, wodurch niemand be-trübt, verkürzet oder betrogen werden kann, so lange dasSchuldbuch öffentlich und richterlich gehalten wird.

So sprachen nnsre Urenkel. Was wir jetzt sagen,weis ein jeder.

ZstXIl.