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3 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 3
Entstehung
Seite
58
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58 Das war der Kammerjungfer recht.

Abschiedes mit Zittern heraufkam. Höre, redete sie die-selbe an, du hast mich diesen Morgen auf eine recht em-pfindliche Art beleidigt, aber ich war selbst Schuld daran,und hier hast du den Ducaten, den ich dir versprochenhabe, betrachte ihn alle Tage einmal, und —> bleibeimmer so aufrichtig, wie du heute gewesen bist.

Lisette, welche sich'in diese Rede gar nicht findenkonnte, wußte nicht, was sie antworten sollte, und diegnädige Frau fuhr fort: ich sehe wohl, Johann ist dirlieber, als ein Ducaten. Nimm ihn also, wie ich ihngenommen haben würde, wenn ich an deiner Stelle ge-wesen wäre — Noch hatte das Madchen nicht das Herz,diese gute Laune für Ernst aufzunehmen — Aber wisse,daß er unter keiner andern Bedingung Organist, und dunicht Frau Organistin werden wirst, als bis ihr euch beydeschriftlich anheischig machet, daß du Zeit deines Lebensnicht anders als in einem Rock von Camelot zur Kirchegehen wollest. Doch, fügte sie etwas erweicht hinzu,magst du auf hohen Festtagen den blauen taftenen Rock,welchen ich dir jüngst bey einer gewissen Gelegenheit ge-schenkt habe — das Kammermädchen weinte vor Freu-den — und den gelben, und grünen, und schwarzen . . .

Es war Zeit, daß der gnädige Herr hereintrat, sonstwäre die gnädige Frau gar zu weich geworden. Diesermachte also der barmherzigen Strenge ein Ende, >. be-stimmte dem jungen Brautpaar zu dem Dienste, weDener ihm gab, ein jährliches Gnadeugehalt unter der Be-dingung des Camelottenen Nocks. Jedoch wurde derblaue seidene für die hohen Festtage, der gnädigen Frauzu Ehren, beibehalten.

XVI.