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3 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 3
Entstehung
Seite
57
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Das war der Kammcrjungftr recht. I?

daß ich sie nicht ans die Gasse setzen will. Aber sie kannnoch warten, und ihr Johann auch, wie mich dünkt...

Nun freylich, erwiederte der schalkhaste Mann, siesollen warten, so lange es Ihnen gefallig ist; ich dachtenur, weil eben unser Organist verstorben ist, und Johannrecht sehr gut die Orgel schlägt; sich wollte lieber ihn, alseinen andern, den mir die Fran Priorin von . . . em-pfohlen hat, dazu nehmen.

Ich weis nicht, was die Priorin sich immer unter-steht, ihre Leute auf unsre Kosten Zu versorgen; hat siedoch letzthin meinen Bedienten, für welchen ich mir vonihr die Stiftsschrciberstclle ausbat, mit der kahlen Ent-schuldigung abgewiesen, daß er sich zu spät gemeldet hätte.Nein, ihr Johann muß Organist werden, und Lisette. . .ja, wenn das Mensch nur nicht so viel Staat auf demLeibe hätte. Es ist ein Unglück mit den Kammerdienernund Kammerjungfern; sie gewöhnen sich so sehr den Herrnund die Frau zu spielen, daß sie hernach in keinem Standeauskommen können, und bey aller Fürsorge, die man fürsie trägt, dennoch zuletzt betteln müssen.

O! das ist eine sehr wahre Bemerkung, schloß endlichder liebe Mann; und ich habe lange gedacht, daß Johannnicht Organist, und Lisette nicht Frau Organistin werdensollte, ohne vorher beyde ihren jetzigen Flitterstaat zu ver-kaufen, und sich so zu kleiden, wie Sie, meine Liebe, esihnen vorschreiben würden. Was dünkt Ihnen, wennwir ihnen für ihre langjährigen Dienste ein kleines Ena-dengehalt unter der Bedingung dabep gäbe», daß dieFrau Organistin nicht anders, als in einem Rock vonCamelot zur Kirche kommen, widrigenfalls aber sogleichihr Gnadengehalt verlieren sollte?

Sic versprach dieses in nähere Ueberlegnng zn neh-men, und klingelte sogleich, wie der Mann weg war, derbetrübten Lisette, die nun in Erwartung ihres förmliche»

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