.56 Das war der Kammeriungftr recht.
sünfen ans dm Augen rieb. Nun, Lisette, redete er siean . . . Aber die gnadige Frau, welche seine Trittebereits vernommen hatte, und an der Thür horchte, kamihm hier ganz feyeriich in den Weg, und nöthigte ihn,sich von ihr selbst die schreckliche Begegnung, welche sievon dem dummen Gesichte, das äußerlich einer Heiligengliche, im Herzen aber voll Bosheit wäre, erzählen zulassen.
Nun, das müßte ihm frcylich angenehmer seyn, alsalles, was die Kammerjnngfer ihm auch noch so bitterlichhatte klagen können; und so hörte er denn mit der Ge-duld eines Ehemannes, die fürchterliche Geschichte voneinem Ende bis zum andern an, ohne sie auch nur einmalmit einer Anmerkung zu unterbrechen, jedoch nicht ohneeinige, welche der beser leicht hinzudenken wird, für sichzu machen. Seiner Frauen Unrecht zu geben, war indiesem Augenblick nicht rathsam, die arme Lisette zu be-dauern, gefährlich, und die Sache doch so laufen zu lassen,etwas hart. Er wandte sich also auf die Seite seinesKammerdieners, und erzählte ihr, was ihm derselbe nunseit vielen Iahren für Dienste geleistet hatte, wie sehr erwünschte, demselben endlich ein bischen eigenes Brod zuverschaffen, und wie er geglaubt hatte, daß Sie für Li-fetten, die ihr nun fünfzehn Jahr treu gedient, gleicheGesinnungen hegte. Inzwischen, und da er dieses nichtfände: so wollte er für seinen Bedienten auf eine andreArt sorgen.
Das wünschte ich nun eben nicht, versetzte sie eifrigst,daß etwa die Kammerjnngfer der überklugen Frau Ober-sratlmcisterin durch Sie versorget werden sollte. Michdeucht, es steht einer Herrschaft allemal wohl an, wennsie zunächst für die Ihrigen sorgt, und Lisette mag seyn,was sie will: so ist sie doch so lange Zeit bey mir gewesen,
daß