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3 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 3
Entstehung
Seite
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Das war der Kammerjungfer recht. 55

Welt setzen, und für dieselben das Brod vom Himmel er-matten sollen.

Ach! erwiederte das gute Kind, Ew. Gnaden habenzu leben, und eine» Herrn Gemahl, der Ihnen dieses Le-ben so süß, so süß macht; mich deucht, o verzeihen Siemir meine Freyheit! Sie haben gut predigen, und wissennicht, wie einem armen Madchen, das nun fünfzehn Jahrgedient hat, und auch wohl einmal ein bischen eignesBrod mit einem guten Mann theilen möchte, so recht zuMuthe ist. Waren Sie an meiner Stelle und ich an derIhrigen. . .

Nun heraus damit, hier ist ein Ducaten, wenn dumir aufrichtig sagst, was ich gethan haben würde, wennich an deiner Stelle gewesen wäre?

Sie hatten unfern Johann schon früher genommen;es ist ein gar zu hübscher guter Mann.

Was, Mensch! du meynst, ich hätte deinen Kerl ge-nommen? geh mir aus den Augen, und wisse, daß ich nunund nimmermehr mich darum bekümmern will, wie dudurch die Welt kommen wirst; zaudere nur nicht lange,und wenn du nun ein Nest voll Kinder hast, und dannKrankheit und Unglücksfälle, die natürlichen Folgen solcherunbesonnenen Ehen, dich und deinen Kerl außer Standsetzen, das Brod für so viele zu gewinnen, so denke anmich: komme mir aber nicht, um dir ein Stück Brod zugeben. Denn wer sich nicht rathen lassen will, dem istauch nicht zu helfen.

Lisette gieng, ihre Roth ihrem lieben Bräutigam zuklagen, vielleicht auch um die Süßigkeit des Trostes zugenießen, womit die Liebe in solchen Fällen gleich bei)der Hand ist. Zu ihrem Glücke aber begegnete sie ihremHerrn in dem Vorzimmer, der ihre glühende Wangenbemerkte, und sähe, wie sie eine bittere Thräne mit allen

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