Druckschrift 
3 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 3
Entstehung
Seite
47
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Die Politik im Unglück.

Wie er endlich spät kam, war ich nnmuthig, hatte kein?Freude mehr, ihm meine Arbeit zu zeigen; und er warso voll von einem Gewinnste, den er gethan hatte, daßich mich schämte, ihm zu sagen, wie ich heute acht Schil-ling mit Nähen ersparet hätte."

Ich achtete damals auf diese ihre Klage so sehr nicht;und wir ließen es beyde, bey der allgemeinen Anmerkungbewenden, daß ein Spieler, wenn er auch sonst nichtsÜbels thäte, schon ans dem einzigen Grunde strafbar wä-re, daß er den kleinen häuslichen Fleiß, worauf doch sovieles ankömmt, und wovon das Glück der mehrestenHaushaltungen abhängt, völlig erstickte, und einem gu-ten Weibe die Gelegenheit raubte, ihm durch ihre Aufmerk-samkeit, Ordnung und ein selbst gemachtes Gerücht zu ge-fallen. Nach der Zeit habe ich wohl gedacht, daß ereben durch die kalte Gleichgültigkeit, womit er ans dnestillen Tugenden seinerFrau herab sähe, durch die wenigeAufmerksamkeit auf ihre kleinen Liebesfeste, womit sieihn bisweilen zu überraschen wünschte, und durch das be-ständige Gespräch von Summen, die verlohren oder ge-wonnen waren, sie endlich auch dahin gebracht hat, täg-lich in Gesellschaften zu gehen, immer zu spielen, undihre Haushaltung von selbst gehen zu lassen.

Sie hatte zu vielen Stolz, um sich für eine zwepteRolle zu schicken. Sie würde als die beste Haushälte-rin, als die zärtlichste Mutter, und als die vernünftigsteFrau, überall die erste gewesen sepn. Und wie sie indiesem Plan, welchen sie sich gleich nach den verrauschtenHonigmonaten ihres Ehestandes gemacht hatte, von ih-rem unvorsichtigen Manne gesiöret wurde: so suchte Siedie erste Rolle unter unfern glänzenden Prinzeß>nnen zuerhalten; und die Person, die sich mit ihrem Kinderhcmd-chen eins Fürstin dünkte, achtete hernach achthundertMark nicht so viel, als ihre acht Schillinge. Dieses halte

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