46 Die Politik im Unglück.
geg'n, halt ihr den offnen Beutel zu, und ist bei) meinerTreu ein großmüthiger Patron. Das Helfen und Trö-sten ist dann so süß, das Zutraue!? so bequem, alles wasman thut, würkt so a propos, Dankbarkeit und Woh'!-thun begegnen sich so herzlich; daß es eine rechte Kraft-suppe für mich ist, wenn ich die größte Wohlthat in eineverfluchte Schuldigkeit verwandeln kann . . .
Ich mag Ihnen das übrige nicht herschreiben; Siekennen ihn, meine Theureste, und wissen, daß er zwarrichtig im Text, aber sehr kauderwelsch in seinem Vortra-ge ist. Ich habe seit meinem letzten die A.. nicht ge -sehen; indessen aber doch gehört, daß ihr Mann, der sich,wie man ihn beschuldigte, mit seinem Hauptbuche, un-sichtbar gemacht hatte, in A.. angelangt ist. Ver-muthlich wird er sein Unglück rechtfertigen können; undsolchergestalt seinem guten Weibe den einzigen Trost ver-schaffen, der ihr fehlte. Es nagte sie unaufhörlich, daßer überall für einen Betrüger gelten mußte; und überdiesen Punkt habe ich nie mit ihr sprechen mögen, sie auchnicht mit mir.
Gleich zu Anfang ihrer Ehe klagte sie mir einmal,daß ihr Mann die Glücksspiele, und besonders das Lotto,so sehr liebte; und ich wollte wohl sagen, daß dieses,wiewohl ganz zufalliger Weise, auch auf ihre Lebensarteinen Übeln Einfluß gehabt hat. Ich erwartete gestern,sagte sie mir damals, meinen Mann bey einem kleinenhauslichen Abendessen, und hatte mir eine kleine unschul-dige Freude daraus gemacht, daß ich ihm ein Kinder-hemdchen zeigen wollte, das ich selbst fertig gemacht hat-te; ich rechnete auf sein Lob, als meine einzige Beloh-nung, und mein Herz schlug von sanfter Freude bei) demGeräusche eines jeden Wagens, der durch unsre Gassefuhr. Da wird er seyn, dachte ich ... aber er kamnicht: das Essen, das ich bereitet hatte, verdarb amFeuer, und alle meine Erwartungen wurden getauscht.
Wie