Druckschrift 
3 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 3
Entstehung
Seite
30
Einzelbild herunterladen
 

zo Also kann man der Mode

hineinscheint Frcplich so ganz und gar nicht wennsie an cincr Person, die auf alles Anspruch macht, dieauch denen von höhern Stande vordringen will, unddurch Gras und Korn geht, wenn sie nur glänzen kann,alle Fehler aufsucht. Ach Louise! wenn sie einerPer>on, welche mit der größten Unbedachtsamkeit ihrebellen Freundinnen zu gleichen Ausschweifungen mit sichfortreißt, aus der Kunst zu gefallen, zu prangen und zuherrschen ihre einzige Beschäftigung macht, dabei),die gu-ten Leuce, ff ihr borgen, recht vorfetzlich betrügt, einenehrlichen Mann ins Unglück stürzt, ihre Kinder mitSchande beladet, zuletzt mit voller Verachtung begeg-net O l schweig Louise.

Ich schwieg sogleich, als ich fühlte, daß meine Tro-pfen anfiengen zu wirken, und rhar, als wenn ich ausdem Cabinet gehen wollte, mittlerweile sie, um ihre Be-wegung zu verbergen, nach einem Buche langte, und stattdes Buches das Paker ergriff, was ich ihr, auf BefehlEuer Gnaden, hinten auf ihren Tisch gelegt hatte. Wasist dieses, fragte sie mich, und indem sähe sie auch schonselbst was es war, und las:Quittungen über mei-ner Frauen ihre bezahlten Schulden, so sich bis jetztauf dreytausend siebenhundert drey und achtzig Tha-ler 12 Mgr. belaufen." Sie wollte es öffnen, abervor Zittern konnte sie es nicht, und nun lösete eine Fluthvon Thränen das beklemmte Herz; sie fühlte auf einmalalles, was Eure Gnaden für sie gethan hatten, und sagteweiter nichts, als: wo ist mein Mann? Der ist, erwie-derte ich, nach seiner Gewohnheit ausgeritten, und wirdwohl so früh nicht wieder zu Haufe kommen. Sie suchtemich hierauf durch allerhand Fragen auszuholen, um zuwissen, ob Ew. Gnaden auch recht böse gewesen wären,wie Sie mir das Paket gegeben hätten. Nein, sagte ich,der Herr ist diesen Morgen, wie Sie noch im Lette waren,

selbst