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3 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 3
Entstehung
Seite
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ohne Gewissensscrupel folgen.

der etwas zu sparen. Allein die verzweifelten ? Louis-d'or der verfluchte Jude und meine Juwelen,die man verkaufen will, wenn ich sie nicht in dreyen Ta-gen einlöse, haben mir den Kopf ganz verrückt, so daßich durchaus moralisiren muß, da ich ans guten Ursachenmir meinem Cammcrmädchen nicht schmahlen darf, undmeine andern Leute, die schon bep allen Juden gewesen,ihren Theil bereits empfangen haben.

Aber moralisiren ist gut; nur hole der Kuckuck dasAufschreiben. Kurz, meine Liebe! ich ergriff den erstenneuen Allmanach vom künftigen Jahr, dachte an Harle-kin und seinen Gutengroschen, wollte mich aus WielandsAgathon erbauen, und war so voll von schönen Gedan-ken, Entschlüssen und Kritiken, daß ich es nicht allesaufs Papier setzen kann. Es dauret mich recht; aberrecht viel ist doch auch nicht dabei) verlohren, denn dasResultat war blos: alle Dinge müssen doch ihre Gränzenhaben; aber das wo? wo? wo? ... hier blieb ichstecken? und antwortete mir wie Herr Euler, als ichihn einmal bat, mir doch zn sagen, wie viel Kraft meineAhrfeder haben müßte, um richtig zn würken dasweis ich nicht. Also wird auch wohl die Algeber nichthinreichen, das wo? anszufinden.

So viel kann ich Ihnen indessen doch sagen. Ver-spielen Sie nicht mehr, als sie bezahlen können, stellenSiesich die Spanier, Neapolitaner, Barben und Eng-länder nicht zu reihend vor, verlieben Sie sich nicht inMohren und Läufer Aber wenn es doch nun die Mo-de würde? wenn es der Wohlstand durchaus erforderte,dies alles zu haben, wenn man zum Vergnügen seinerGäste eine Bank, ein Orchester, und eine kleine Truppezur Operette halten müßte? könnte man denn mit einpaar Friesen gegen der Gräfin ihre Barben erscheinen,oder die Küchenmagd zur Soubrette gebrauchen? Ichglaube doch, m a n m ü ß t e, wenn einem der elende Gu-

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