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3 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 3
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Also kann man der Mode

fahr nicht lange aufhalten darf. So machte ich es auchgestern mit mir. Mein naseweises Cammermädchen hat-te ausgerechnet, daß ich im vorigen Jahre 15 Thaler fürallerhand Calender und Allmanache ausgegeben hätte, dadoch meine Mutter niemals mehr als 4 Pfennige hieraufverwandt hätte. Hin ist hin, dachte ich, um nicht mitmir selbst zu rechten und eine Runzel mehr zu bekommen,und damit flog ich in die Gesellschaft.

Aber aller meiner Munterkeit ungeachtet, verspielteich doch mehr, als ich bezahlen konnte, und nichts führtso sehr zu ernsthaften Getrachtungen, als der Verlust imSpiel, wenn man aas keine Art zum Gclde gelangenkann. Es'waren nur elende 5 Louisd'or die mir fehl-ten, und ich dachte hundertmal an Harlekin, wie er denBrief seiner Columbine ausMangel einesGutengroscheusnicht von der Post lösen konnte. Was für eine elendeSumme ist ein Gutergroschen! rief er; aber wenn manihn braucht und nicht hat, wie wichtig ist er!... Esblieb mir endlich kein ander Mittel übrig, als zu mora-lisiren, und Sie glauben nicht, wie das gut thut, wennman kein Geld hat, und sich zerstreuen muß.

Ich hatte mir des Tags vorher den Entwurf ge-macht, wie ich ein paar Spanier oder Neapolitaner vormeine Kutsche, ein paar Engländer vor mein Berlingot,ein paar Barben vor meine Berutsche, und dabey einenhübschen Postzug vor meine Volante haben müßte.Nichts schien mir abgeschmackter, als ein paar Friesenohne Othem vor dem Wagen der Venus, oder ein paarHeyducken ähnliche Lakayen überall bey sich zu sehen, wonur ein Galopin, Mohr oder Läufer sich schickt.

Ich dachte, mau würde sich leicht darüber vereinigenkönnen, daß die Berlingstten, Bcrutfchen, Imperialen,Volanten und Dolenten, wenigstens zwey Jahr dauren,und alle inzwischen einfallende Moden dabey übergangenwerden sollten, um auf der andern Soite doch auch wie-

der