ohne Gewissensscrupcl folgen. 19
mal Hand in Hand gehen, mehr sind. Aber mir fälltkeine Hey, womit sich der Mangel 6n bon wn bcy einerDame von ihren Umständen nur einigermaßen deckenließe. Ein Wagen ans der Mode bleibt immer eine alteCarosse, man mag ihn malen nnd vergulden, wie manwill, nnd eine Fran von Stande kann sich darum nichtans den öffentlichen Spatziergängen zeigen, ohne mit Fin-gern gewiesen zu werden.
Müssen Sie indessen in diese harte Nnß bcissen: sorathe ich Ihnen nur, weder Witz noch Verstand zu zei-gen, und alle Ansprüche aufBewunderung fahren zu las-sen. Denn wenn Sie in einem altmodigen Kleide diegeringste Vernunft haben, oder sich gar bcygehen lassenwollten, Ihre Verlegenheit hinter eine Tugend zu ver-bergen: so würden Sie als die lächerlichste, unerträg-lichste nnd abgeschmackteste Creatnr überall ausgezischetwerden. Dieses ist der einzige Rath, den ich Ihnen ge-ben kann, und nun mögen Sie es mit Ihrem Eheherrnüberlegen, was sie in dieser wahrlich kritischen Lage rhunsollen? Der meinige bekümmert sich, Gott Lob! um dieHaushaltung nicht, und legt die Rechnungen meinerKaufleute ungelesen bey sich nieder, weil er wohl weis,daß sie ihn nicht verklagen werden — denn er könnteihnen bep Hofe leicht einen üblen Dienst thun — unddieses könnte der Ihrige auch thun, wenn er nicht will,daß Sie sich lebendig begraben sollen.
Ich bin recht begierig darauf, was er sagen wird,und bedaure Sie, meine Beste, von ganzem Herzen, daßsie nach dem unerforschlichen Witten Gottes in Ihrenschönsten Iahren schon so schwere Unglücksfälle zu erlra-gen haben. Sie können versichert sepn, daß ich an die-sem schweren Verhängnis' den aufrichtigsten Antheil neh-me und?c.
A r a b e ll e.
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