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3 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 3
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Also kann man der Mode

Aber sie müssen im innerlichen bleiben, und sich keinerHerrschaft über die Mode anmaßen, sie müssen nicht indie Augen fallen, nicht öffentlich herrschen und sich nichtin die große Oekonomie des brillanten, galanten undmagnifiqnen Lebens mischen wollen. Ihre stille Woh-nung ist die Seele, welche sich gar wohl in der Abend-nnd Morgenstunde einem frommen Gedanken überlassenkann, aber diese frommen Gedanken nicht einmal mir anden Nachttisch bringen muß. Dieses sind ausgemachteWahrheiten, wogegen eine Person von feiner Erziehungnicht anstoßen kann, ohne für eine offenbare Närrin, oderwenn man es fein sagen will, für eine Spröde gehaltenzu werden, welche aus Noth den kleinen Mund macht.

Hätten Sie so gewiß zo Jahr als Sie zwanzig ha-ben , so würde Ihnen einige Zurückhaltung wohl anste-hen, und zu einer Art von Verdienst augerechnet werden;im vierzigsten Jahre erlaubte man Ihnen, auch durchVernunft und Verstand zu glänzen, und höher hi muf ge-hören auch die Tugenden mit nuter die erlaubten Mittelzu gefallen. Allein in Ihrem Alrer kann man so wemgTugend als Verstand zeigen, ohne daß die Welt solchenicht für Blendungen, Verstellungen und Behelfe anse-he. Der Contrast zwischen der Art der Aufführung injungen Iahren und irgend einer ausgehangenen Tugendist so erschrecklich, daß ich gar nicht absehe, wie Sie sichaus eine anständige Weise aus diesem Labyrinthe heraus-ziehen wollen.

Zwar giebt es auch einige feine Tugenden, die aufgewisse Weise mit zum Colvrit gehören, und gezeiget wer-den dürfen, als das edle Mitleid gegen Unglückliche vomStande, die Furcht Gottes bei) einem entstehenden Ge-witter, die sanfte Sittsamkeit bei) schlecht geführten An-griffen, eine stille Bescheidenheit bep stark hervorschei-nender eignen Grösse, und was dergleichen hübsche Tu-genden, die sich der Mode unterwerfen und mit ihr alle-mal