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3 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 3
Entstehung
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ohne Ecwissenssmlpel folgen. 17

bedachte , was die Welt dazu sagen, und wie ein jederbehaupten wurde: sie spielten die Vernünftige, odermachten wohl gar die Andächtige: so sähe ich wohl,daß die Ausführung dieses Vorschlags Ihnen nicht gelin-gen würde. Denn welche Frau von Ehre in der Weltwürde eine solche Nachrede mit Gelassenheit ertragen?Es würde Ihnen gewiß wie mir ergehen, da einmal derPrinz von .... dem ich meine Verachtung bezeugte,mich überall in den Nuf brachte, ich spielte die Grausa-me. Um ihn völlig zu überführen, daß ich ihn in Ernstverachtete, begegnete ich einem andern mit verdoppelterGefälligkeit; und so würden Sie auch, um sich außerallen Verdacht zu setzen, auf eine andre Art verschwen-den müssen, wenn Sie sich in Ansehung der Moden ein-schränken, und sich nicht in den Ruf setzen wollen, daßSie die kleine Philosophin spielten.

Es wird Ihnen der härteste Stand seyn, wie Sie der

Gräsin begegnen wollen, wenn diese in einem

neuen Aufzuge kommt, und Sic sich in einem unverän-derten zeigen müssen. .Wollen Sie hier die Augen ver-schließen, und thun, als wenn Sie solches nicht bemer-ken : so wird die lose Spötterin dieses Ihr Stillschwei-gen schon zu erklären wissen. Wollen Sie den neuen An-zug bewundern, ihn allerhiebst finden, und der glückli-chen Besitzerin ein Compiimeut darüber machen, wie ge-zwungen wird solches nicht aussehen, wie sehr wird IhrHerz dabei) leiden, und wie gedcmürhiget werden Siedabey in aller Welt Augen erscheinen? Sollte die Gräfingar die Bosheit haben, und aus Barmherzigkeitnoch dievorige Mode rühmen, worum Sie sodann erscheinen; sowürden Sie gewiß Ihre ganze Halrung verlieren, undzum erstenmal mit niedergeschlagenen Augen ihrem Tri-umphwagen folgen müssen.

Tugend, Vernunft und Muth haben unstreitig ihrengroßen Werth, und ich verehre sie von ganzem Herzen.

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