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3 (1804) Patriotische Phantasien, Th. 3
Entstehung
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ohne Eewisscnkscrupcl folgen. 15

Aber, fiel ich ihm hier in die Rede, wozu dieserfeyerlichc Ernst? Sie wissen ja, daß es nur von Ihnenabhängt, ob ich in einer Earrete, oder in einer Carossefahren soll. . . Diese Antwort schien ihn zu verdrießen;denn er drehte sich mit einer stolzen Miene um und sagte,indem er von mir gieng: ich mochte es besser überlegen,seine und meine Ehre, die Wohlfahrt unsrer Kinder undunsre ganze zeitliche Glückseligkeit hienge von der künf-tigen Einrichtung ab. Ich wollte antworten, aber erwar schon fort, und ich meinen Betrachtungen über-lassen.

In diesem Zustande schrieb ich Ihnen, meine Feste;und nun werden Sie leicht erreichen, warum ich letzthinsolche melancholische Grillen ausheckte; das Schlimmstedabei) ist, daß ich noch über dreytausend Thaler heimlicheSchulden habe, wovon mein Mann nichts weis; unddaß die Kaufleute in Lyon und Paris alle Posttage michmit ihren verzweifelten Rechnungen quälen, gerade alsob ich bis über die Ohren im Gelde säße. Mein Manuist ein derber knotiger und entschlossener Wirth, er hakMich lieb, aber nicht bis zur Thorheit, und wenn ich ihmauch die süßesten Namen gebe: so schüttelt er sie ab,wie ein Reiter den Regen, wenn ich mich nicht auch einbischen nach seinen! Sinne richte. Ich thue es auch gern,das weis der Himmel, aber der Stand, worinn ich lebe,hat doch auch sein Recht, und die Mode lhre Forderungen,die man nicht mit Sitteusprüchen abweisen kann; diesesmüßte er doch auch bedenken; und dann, mein Schatz,sind ja mehrere Leute in der Welt, die mehr ausgeben,wie sie einnehmen; wer kann alles so genau nach dem Maas-siabc einrichten? und wer zehrt nicht wohl ein bischenvorauf, wenn man noch Hoffnung hat, seine Einnahmedereinst zu vergrößern? Jetzt ist die Zeit, da wir unserVermögen genießen können; über zwanzig Jahre will

ich