Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
40
Einzelbild herunterladen
 

40

sein seiner Hoheit und deren Pflichten sah man Se. Majestät sich häu-fig mit den ländlichen Ständen unterhalten, wie denn ein nicht genugzu rühmender Vorzug des neuen Regiments ist, daß der König selbsthören und selbst sehen will und sich gern auch mit dem Kleinsten, nebendem Größten beschäftigt.

Alle, welche Zeugen dieser unvergeßlichen Feierlichkeiten waren, kön-nen nicht genug das treue, biedere Wesen der Unterhaltung rühmen,womit der König sich zu Allen herabncigte und es war unmöglich, daßJemand durch ein Anreden des Königs in Verlegenheit gesetzt werdenkonnte. Der ruhige, sichere Takt, womit der König, trotz seiner äußernKurzsichtigkeit, ohne die Lorgnette oft zu brauchen, dem Silber des Haup-tes vor dem Silber der Epauletten den Vorzug in der Wahl seiner Un-terhaltung zu geben weiß; die besonders anfangs leise, milde und dochso höchst klare, deutliche Betonung der Worte und das allmälige Nei-gen des Hauptes beim Sprechen, während seine Rechte schon die Prisezwischen Daumen und Zeigefinger hält, dieö Alles flößt ocmjenigen Ver-trauen, Much und Freudigkeit des Herzens ein, welcher ihm gegenübersteht. Dazu die Scherzredcn und ermunternden Witzworte des Königs,die immer an Den gerichtet sind, der ihm im Moment der Eingebungam nächsten steht.

Als der König die Gesundheit aller Stände ausbrachte, erhobensich die Abgeordneten der Bauern unter stürmischem Lebehoch! Ver-gebens versuchten die Tafelmarschälle sie zur Ruhe zu bringen, ihnenvorstellend, daß sie doch nicht sich selbst dürften leben lassen:ES hilftnichts; er muß leben!" antworteten sie jubelnd.