Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
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Eine Anekdote, die wenigstens gut erfunden ist, möge hier eineStelle finden.

Auf des Königs Reise von Danzig bis Stettin, hat man ihm ineinem Dorfe eine Ehrenpforte errichtet, und der Schulmeister hält sichfür verpflichtet, auch seinerseits den Monarchen durch eine selbstverfer-tigte Rede zu begrüßen. Er trägt einen neuen schwarzen Rock, viel-leicht den ersten in seinem Leben, aber noch nicht bezahlt. An derSpitze seiner Schuljugend wartet er auf die Ankunft; doch sie verzögertsich. Die Anforderungen des Magens treiben ihn in das Schulhauszurück, und er giebt den Knaben, die er aus Vorposten geschickt, Befehl,wenn der Staub auswirble, ihn zu rufen. Bei dem Frühstücken ist ihmder neue Rock zu unbequem, vielleicht fürchtet er auch ihn mit Fett zubeflecken. Kurz er zieht den Rock aus und macht es sich bequem. Daschreien die draußen aus Leibeskräften:Er kommt! Er kommt!

Das Butterbrod fällt dem Schulmeister aus den Händen, die Armefahren in den Rock über der Stuhllehne, der Zufall will, daß cS seinalter sein muß, und heraus stürzt er, steht vor seinem Könige verbeugtsich und will anheben.

Umö Himmelswillen!" ruft der Monarch,hier auch eine Rede!Ich habe keine Zeit. Kurz, kurz!"

Der Schulmeister stammelt:Ich habe es aufgeschrieben," und greiftin die Brusttasche.Desto besser," erwiderte der König, indem er dasPapier rasch ergreift,ich will es für mich lesen."Alle unsereWünsche" stottert der Präccptor.Stehen darin?" unterbricht ihnder Monarch und entfaltet das Papier. Ein freundliches Lächeln derUeberraschung überfliegt seine Züge. Statt des Conccpts der Redefindet er die Rechnung des Schneiders für den angefertigten Frack.

Nichts weiter, lieber Schulmeister? Nun, diese bescheidenen Wünschesollen erfüllt werden. Die Rechnung werde ich bezahlen."