Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
23
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Gedeihen Deutschlands will ich nach bester Kraft streben und sorgen.Treue und Einheit des Volkes ist eine unbesiegbare Macht, und Preu-ßen bicter hierin eine Wchrhaftigkeit ohne Gleichen dar. Weisheit istmein Wunsch; und in Milde, in christlicher, versöhnlicher und gerechterGesinnung will ich dem Vorbilde meines unvergeßlichen Vaters nach-streben, dessen Andenken gesegnet sei."

Nach kurzer Pause sprach der König in der lautlosen Stille mit derkräftigsten, sonorsten und ergreifendsten Stimme:

Unser Vaterland ist ein Bergwerk, das die edelsten und kostbarsten Me-talle umschließt, und gehörig bearbeitet und geleitet zum herrlichsten Glänzegedeihen kann. Es giebt ein Erz, das gehörig zusammen geschmolzen,der Zeit und allen Stürmen trotzt."

Hier emstand ein Jubeln, Hüteschwenken und Hurrahrufen, der Kö-nig hatte Aller Herzen erobert. Der Augenblick hatte diese schönenWorte geboren. Das in Thränen sichtliche Ergriffensein des Königs,die Ueberraschthcit seiner ganzen Umgebung, verbunden mit der Freude-trunkenheit der Stände und der Zuschauer gaben ein Bild, wie es keinAuge zuvor gesehen.

Die Verehrung des Königs ward so allgemein, daß Jemand demKönige alles Ernstes rieth, sich nicht zu sehr in die Menge des Volkszu begeben, denn er laufe Gefahr', vom Volk aus Liebe erdrückt zuwerden.

Die preußischen Stände baten den König um eine Verfassung. DerKönig antwortete darauf in dem LandtagSabschiede, doch wurden seineWorte aus ganz entgegengesetzte Weise erklärt. Während die Eineneine Bewilligung darin fanden, behaupteten die Andern, daß eine ganzklar bestimmte Abweisung darin liege. Hier trauerte man und dort ju.bellen Andere derselben Partei und sagten: eS sei ja Alles zugesagt.