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Von dem Testamente des verstorbenen Königs, von welchem hier dieRede ist, wurden 100000 Eremplare gratis vertheilt.
Mit festem Vertrauen wendete sich Alles dem Könige zu, der miteinem reich und hochgebildeten Geiste begabt, kunstliebend und von fcu-rig rascher Sinnesart, den Thron bestiegen hatte.
Viele schöne Aussprüche wurden schon damals von ihm erzählt.Man wußte, wie herrliche Worte er zu der Deputation des Magistrats,geredet hatte; ohne Arg, mit menschlich schöner Hingebung an einentiefen Schmerz und ganz voll jener geradsinnigen Einfachheit des We-sens und der Rede, welche schon als Kronprinz ihm eigen war, undso oft die Gemüther in den Provinzen fesselte.
Von dem Benehmen des Königs gegen die verwitwete Gemahlin seinesVaters gingen eine Menge der rührendsten Züge von Mund zu Mund.
Allgemein ward erzählt, daß der König sich kurz nach dem schwe-ren Augenblicke, der ihm die Krone gab, gegen Alexander vonHumboldt geäußert habe: „Als Kronprinz war ich der erste Edelmann„des Reichs, als König bin ich sein erster Bürger."
Man erfuhr, daß er gesagt hatte, die Presse müsse das Recht haben,die Angelegenheiten der Zeit und des Landes frei zu besprechen, dennnur durch sie könne der König erfahren, was seinen Unterthanen fehle,und was gut und falsch sei.
Wie freudig solche Gerüchte, deren es viele gab, wirkten, ist leicht zubegreifen; die bangen Besorgnisse wurden zu Hoffnungen und mit derängstlichsten Spannung erwartete man die nächsten Handlungen desKönigs.
Ein schönes Zeugniß für seinen edlen menschenfreundlichen Sinnlegte der Befehl ab, die Pfänder der Armen bis zur Höhe von achtThalcrn einzulösen.