beruht, die in ihrer freiesten Entwickclung immer wieder zur Religion zu-rückkehrt, hatte er sich nur den Neuerungen entgegen gestellt, welche dengewaltsamen Umsturz des Bestehenden zum Ziel hatten, während er mitpoetischer Vorliebe für die ehrwürdigen Formen der germanischen Vor-zeit war, gönnte er doch jeder geistigen Ansicht ihr Recht, sich selbst aussich heraus zu entwickeln.
In dieser Beziehung hat sich der Fürst von Pückler-Muskau im JahreIS32 in einem seiner Werke recht gut ausgesprochen. Es möge dieStelle hier einen Platz finden:
„Welche unverschämte, bodenlos ungereimte Mährchen hat man überunsern Kronprinzen in fremden Blättern zu verbreiten gewagt; ja sa-gen wir es grade heraus, wie systematisch suchte eine gefährliche, undim Finstcrn schleichende, Partei unter allerlei Masken diesen edlen Prin-zen zu verunglimpfen, und eine affektirte Furcht vor der Zukunft an denTag zu legen. Wahrlich, wer ihm nur einigermaßen nahe stand, weiß,daß er für das Wohl seines Landes fühlt, sich mit dem angestrengte-sten Fleiß für seinen hohen Beruf vorbereitet, und in den wesentlichstenDingen höchst zeitgemäß denkt — so entfernt von allen Principien der Unter-drückung und Verdunklung, als es Wenige unter seines Gleichen sein werden.
Man sagte ferner: der Kronprinz neige sich einer frömmelnden Rich-tung zu, und schloß dies zum Theil aus der Begünstigung gewisserPttsonen, die notorisch in diese Kathegorie gehören. Ist aber eine sol-che Supposition wahr, ja nur wahrscheinlich? Wird ein vernünftigerMensch im Ernste von dem Enkel Friedrichs des Großen, von einemder geistreichsten Männer seines Landes voraussetzen, daß auch er aufeinen solchen Abweg gcrathen könnte? Und hat der Kronprinz, frage ich wei-ter, jemals, im intoleranten Sinne solcher Frömmelei, eine Handlungbegangen, die irgend einem individuellen Rechte oder Anspruch zu nahegetreten wäre? Ich habe nie von einer solchen reden hören; wenn ich