Druckschrift 
1 (1843)
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

8

Die in Paris aufgehäuften Kunstschätze gaben seinem empfänglichenGemüth eine bestimmtere Richtung auf die Kunst, mehr noch wurdediese im Jahre 1803 dmch eine Reise nach Italien gefördert, wo erdie Protektion des damals durch Gerhard in Anregung gebrachten In-stituts für archäologische Korrespondenz übernahm.

Seinem Kunstsinne verdankt der ehemalige Sitz der Hochmeister desdeutschen Ordens, die Hochburg Marienburg ihre Wiederherstellung.

Sie war einst die prächtigste in ganz Deutschland und ihr erster Auf-bau im Jahre 1247 lieferte den ersten Stein zu dem Hause der preu-ßischen Hohenzollern; Friedrich der Große hatte die Burg wieder mitPreußen vereinigt und von den Gctreidelasten befreiet, welche das pol-nische Gouvernement in den Sälen der Ritter aufgethürmt hatte; jetztging sie jedoch ihrem sichern Untergange entgegen, als der Kronprinz1823 und 1824 ihre Restauration ausführen ließ. Sie ist im Wesent-lichen so treu wieder hergestellt, daß wir den Ernst und die Tiefe er-kennen, welche ihre ursprünglichen Baumeister beseelte.

In allen.Angelegenheiten, wo der Staat mit bildenden Künsten zuthun hatte, bildete der Kronprinz eine höchste Instanz an die der beein-trächtigte oder verletzte Geschmack sich gern wandte.

Bei seiner Theilnahme und Vorliebe für Forschungen, welche die va-terländische Geschichte und deren Alterthümer zum Gegenstand haben,nahm er die Protektion über den thüringisch-sächsischen Verein an undwurde Vorsteher der in Pommern zu diesem Zwecke gestifteten Gesell-schaft.

Wenn man früher im Publikum Besorgniß hegte, wegen schierNeigung für Einrichtungen, die sich überlebt haben, so hat die Zeit dieGrundlosigkeit dieser Befürchtungen bereits hinreichend ins Licht gestellt.

Mit dem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinne seines königlichen Va-ters und mit der Ucberzeugung, daß der Staat Preußen auf Intelligenz