Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
Seite
429
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in sich schlössen. Entwickelung hemmte und störte Er nie;nur dann griff Er zurückhaltend ein, wenn ein fester Bodenverlassen und Abirrung vom geraden Wege eingetreten mar,oder eintreten wollte. Ein erfahrener und kluger Fährmann,saß Er am Ruder des Schiffes, leitete dasselbe mit festerHand, erkannte und vermied verborgene Klippen und Sand-bänke, segelte mit günstigem Winde, und einmal Schiffbruchgelitten, wollte und opcrirtc Er nie mehr wider den Strom.Es lag in Ihm ein Conservations-Princip, in diesem aberauch eine fortschreitende Natur, und diese zur Einheit er-wachsene Duplicität machte Ihn erfahren, weise, offen undgerecht, billig und mild, und darum in Allem ruhig. Insolcher Ruhe und dem daraus entspringenden Gleichgewichtealler Seclenkräste war Sein ganzes Sein und Wesen Har-monie, und diese ein friedcnvoller Gleichmut!), Liebe undMäßigung. Daher kam es, daß Er, — was sich schon inSeinem Gesichte sichtbar ausdrückte, — jeden fremden Schmerzals Seinen eigenen empfand, und Er nicht anders konnte,als ihn stillen.

In der Residenz Potsdam, dem LieblingKUffenthalt derPreußischen Regenten, so reich an milden Stiftungen, istauch ein Königliches Prediger- und Schullchrcr-Wittwcnhaus.Diese fromme, gut dotirte Anstalt, welche zwanzig armeWittwcn am oft trüben Abend ihres Lebens mit mütterlicherstiller Liebe aufnimmt, ist eine der ältesten und in ihremAlter für jede dürftige Prediger- und Schullehrer-Wittwc,die in ihren ruhigen Räumen einen Sitz findet, in demguten Geiste, in welchem sie gegründet ist, immer wieder jungund neu; sie hat das Leben in sich selber und wird es be-halten bis an's Ende der Tage. Ihr Stifter ist Friedrich