Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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»Wie thcuer, o Gott, ist deine Güte, die du deinenKindern von Anbeginn und immerfort reichlich beweisest,nicht allein durch unzählige leibliche Wohlthaten, sondernauch, und viel mehr noch, durch dein treues, väterliches Sor-gen für das Heil ihrer Seele. So hast du dich auch gnädigund herrlich bezeigt an unseren Vätern, indem du aus derFinstcrniß des Jrrthums, welche feindselig und verderblich indie Kirche deines Sohnes eingedrungen war, von Neuemhervor leuchten ließest das helle Licht des Evangeliums, da-mit denen, welche das Licht mehr liebten, wie die Finstcr-niß, der Tag wiederum anbreche und der Morgenstern aufgehein ihrem Herzen. Du, o Gott, der du der Vater des Lich-tes und der Wahrheit bist, erwecktest Luther, den Mannnach deinem Herzen, und die Männer, welche, ihm gleichgesinnt, zu gleichem Zwecke mit ihm wirkten, daß sie, vollheißen Verlangens nach der Erkcnntniß der unverfälschtenevangelischen Wahrheit, mit unermüdlichem Eifer die Wahr-heit suchten in deinem göttlichen Worte. Dein heiliger Geisterleuchtete und leitete, daß sie in deinen Zeugnissen den rech-ten Verstand deines Willens fanden; du verliehest ihnenFreudigkeit, die erkannte Wahrheit durch Rede und Schriftvor der Welt zu bekennen und auszubreiten; Fürsten undVölker, deren Herzen du lenktest, huldigten der evangeli-schen Wahrheit; du stärkest die Zeugen und Freunde derWahrheit in den Kämpfen, welche sie zu bestehen hatten;mit dir war ihr Werk begonnen; durch dich gelang es ihnen,dasselbe hinauszuführen. — Hochgelebt seist du, Herr, unserGott; wie du vor M) Jahren die evangelische Kirche gnä-dig und mächtig gründetest: so hast du über ihr auch diesedreihundert Jahre hindurch deine Gnade und Macht schir-mend und schützend walten lassen. Wer kann die Segnun-gen zählen und aussprechen, welche während dieses langen