Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
Seite
262
Einzelbild herunterladen
 

W2

die durch Denkungsarl und Gesinnung und Tendenz innigstverbundenen gekrönten Herren den heiligen Bund geschlossen,dachten und handelten sie in Einem Geiste.

Dem Kaiser Alexander trug der Senat den Beinamenund Titel des „Gott Gebcncdciten" an; er lehnte ihnaber, srei von aller Eitelkeit, ab, und gab dcmüthig Gottallein die Ehre. Dem heiligen Synod gab er den Befehl,sammtlichen Geistlichen das Lobpreisen und Rühmen des Mo-narchen zu untersagen. Er wollte nichts Anderes sein, alsein segnendes Werkzeug in der Hand Gottes, und setztedarein seinen höchsten Ruhm. An ihm, den, Kaiser, hatdas Christenthum hellglänzend bewiesen, was es aus demMenschen schaffen und welche Palingencsie es selbst mit dem,der nicht seinem Geiste von Natur zugethan ist, hervorbringen kann, wenn er von da an, wo er erleuchtet ist, diesen,Geiste sich hingicbt und von ihm sich leiten läßt. Nach demPrincip des Ehristenthums, das Alexander in seine Denk-und Gesühlsweise als sein Eigeuthum ausgenommen hatte,sah er in Jedem, auch dem ärmsten Menschen, die Würdedes Menschen, und so gab es in seinem Reiche keine Sklaven mehr. Klopstock feierte voll poetischen Geistes lehrreichseine Thronbesteigung durch eine herrliche Ode „An dieHumanität," und man kann mit Recht ihn, als fernvon jeder Despotie, besonders nach den, Jahre 18 Uj—>814,einen humanen Herrn im vollen Sinne des Wortes nennen.Ucbcrzeugt, daß Nationalftun auS dem Innern des Volkessich entwickeln müsse, war ihm das Vvlkserzichungswesinbesonders wichtig, und .er that für die Stadt- undLandschulen mehr, als irgend einer seiner Vorgänger: Lehr-seminarien, Gymnasien und Universitäten hat er viele er-