Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
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mm und ist eine unmittelbare Wirkung. Denn was Hilstder heilige Bund, den die Fürsten Europa's schlaffen, wenndie Grundsätze, die ihn beseelen, isolirt dastehen und nicht indas Herz der Völker kommen? Das kann aber einzig, voll-ständig und rein, nur durch die heilige Schrift selbst gesche-hen; nur durch sie selbst, wie sie ist und wie sie da in derjedesmaligen Landessprache vor uns liegt. Man sagt: dievon dem großen Luther sei die beste Uebcrsetzung und übertreffealle anderen an Pietät, Klarheit, Wärme, Herzlichkeit undKürze. Es ist am Besten, die heiligen Bücher so in's Volkzu verbreiten, wie sie uns gegeben sind. Die Commcntarelegen mehr oder minder den Sinn dessen unter, der sie nachseinem System erklärt. Dieser Sinn sagt nicht Jedem zu.Man erklärt nicht Sonnen-Auf- und Untergang, nicht denSternenhimmel und unter ihm das wogende, ernste und majestä-

Hassen, kränken, wehe thun und verfolgen, sind mir greulicheDinge, die mit dem Geiste einer jeden Religion unvereinbarsind. Eben darum ist mir der heilige Bund so lieb und wcrth,weil die Stifter desselben, ein Regent, zugethan der katholischen,der griechischen und der evangelischen Kirche, ihn in Eintrachtgeschlossen haben."

Gleichwohl ist der heilige Bund vielfach getadelt worden,und jetzt, da die drei Stifter vom irdischen Schauplatze abge-treten sind, ist er beinah ganz vergessen. Göthe, de» Niemandorthodox oder pictistisch nennen wird, sagt: ,,Dic Welt mußetwas Großes haben, das sie hassen kann, das hat sie bewie-sen in ihrem Urtheil über die heilige Alliance; und doch ist nieetwas Größeres und für die Menschheit Wohlthätigcres erfun-den worden. Aber das begreift der Troß nicht. Das Großeist unbequem, man muß eine Ader haben, es zu verehren. DasGewöhnliche fasset und duldet das Ungewöhnliche nicht."

S.Eckcrmann's Schrift über Göthe. I. Theil S.277 278."