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Stadt hatten manche Vorbereitung getroffen, die HöchstenHerrschaften würdig und feierlich zu empfangen. Dahingehörte unter Anderem auch, daß unter einem Ehrenbogenjunge, weiß gekleidete Mädchen, Blumen streuend, das hohejunge Ehepaar empfangen und ein sauber eingebundenes Ge-dicht überreichen sollten. Dieses Gedicht enthielt geistreicheund sinnige Anspielungen auf den Namen Luise, wie diePrinzessinn hieß und die verewigte Königinn, ihre Mutter,geheißen. So hieß es unter Anderem:
„Wie Dich der Mutter theurcr Name schmückt,Der früh verklärten, cngelreincn Seele,
Die lächelnd jetzt auf Dich hernieder blickt,
O! daß Ihr Friede so Dir nimmer fehle!
Er bleibet Dir! Er ist Dir voll genug,
Der Friede, den Sie stets im Herzen trug."
Man fürchtete, daß dieß dem Könige mißfallen undschmerzhafte Erinnerungen wecken möchte; solche anzuregensei unpassend bei einer frohen Veranlassung. Man wolltealso ein anderes Gedicht; doch solches anfertigen zu lassen,war die Zeit zu kurz. Das vorliegende mußte gebrauchtwerden. Der König las es mit Wohlgefallen gerade darum,weil es der früh Vollendeten gedachte, die als Vorbild dar-gestellt wurde. Denn Besseres konnte Er nicht denken, füh-len und wünschen, als daß Seine geliebte Tochter derwürdigen Mutter ähnlich sein und ihrem Gemahl eine Luisewerden möchte. Nicht genug, daß Er mündlich Seine Zu-friedenheit bezeigte, auch schriftlich ließ Er noch danken, undschickte, außer einer goldenen, auf das hohe Brautpaar ge-prägten Medaille, noch l> andere silberne, und ließ auch fürden Verfasser des Gedichts, welches Ihm besonders