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gedacht hätte! Höchstens hätte er von Neufchatel, wo Erwar, ein Paar artige Zeilen schreiben, oder sie dahin kommen
der wechselseitige geistige Einfluß im steten Austausche blieb.Divergenz der Ansichten und Urtheilc in wissenschaftlichen undtechnischen Dingen ist bei denkenden selbstständige» Köpfen un-vermeidlich; aber der gesunde practische Menschenverstand, imBunde mit zusammenfließender guter, redlicher Gesinnung,macht solche Divergenz nicht nur unschädlich, vielmehr wird sie,wenn man nur eines Sinnes ist, im Streben nach der gemein-schaftlichen guten Sache dieser förderlich, bewahrt vor Ein-seitigkeit, und bringt in die Bcrathung den immer frischen Reizder Neuheit. Bei ernsten, wichtigen, täglich wiederkehrenden,leicht ermüdenden Geschäften ist dieß von großer Wichtigkeit;denn indem der Widerspruch reibt, elcctrisirt er zugleich, wecktund erhält lebendig und macht reicher das Resultat. AufsGlücklichste war darum das Cabinet organisirt in Männernwie Witzlcbcn und Albrecht, unter dem Präsidium eines Herrn,der die trefflichen Eigenschaften Beider in sich vereinigte, ihreLeistungen verschmolz, und dem Beide mit gleicher Verehrungund Liebe von Herzen zugcthan waren. Witzleben genial, kühn,schöpferisch und weitschend; Albrecht klar, wissenschaftlich, ge-sctzkundig, besonnen, anhaltend, und auch das Kleine in seinenFormen nicht übersehend. Witzlcben ernst, oft finster, strengund treibend; Albrecht heiter, würdevoll, milde, ruhig und ge-lassen. Witzleben kurz, kategorisch und absolut; Albrecht er-klärend, bedingt und nachgebend. Witzlebcn in sich gekehrt undsinnend, abfertigend, kaustisch; Albrecht offen, behaglich, scher-zend, auch satyrisch, aber immer ohne verwundenden Stachel.Witzlcbcn stoisch, abstract, isolirt; Albrccht offcnsinnig, witzig,unterhaltend, gern fröhlich unter den Fröhlichen. Beide imhohen Grade liebenswürdig; aber Jeder anders in eigenthüm-licher Färbung. Witzleben voll strebenden Ehrgeizes, gehaltenund geregelt von lebendigem Ehr- und Pflichtgefühl, hätte einregierender Herr sein können; Albrccht, gewissenhaft und ge-mächlich, ruhig abgeschlossen in sich selbst, wollte und begehrtenichts mehr. Befriedigt und ganz glücklich, äls der vertrauteRath seines Königs, den er wie seine Seele liebte, war er thä-