lK4
„Endlich war mit demselben der Tag des Zornes unddes gerechten Gerichts gekommen, die ersehnte Zeit, worinder Lenker der Schlachten Ruhe gegeben von allem Jam-mer und Leid, und von dem harten Dienst, worin die deut-schen Volker gewesen. Es war nun aus mit dem Treiber,und der Zins hatte ein Ende. Zerbrochen war die Ruthe,mit welcher der Uebermüthige, der sich allein die Ehre gab, dieVölker schlug im Grimm und ohne Barmherzigkeit verfolgte.Nun ruhcte alle Welt und ward stille und jauchzte fröhlich.Es frcuetcn sich die Tannen auf den Bergen und die Ce-dern: weil er darnieder lag, kam Niemand mehr hinauf, dersie abhaute. Vor ihm erzitterte die Hölle und alle Königestanden vor ihm auf. Nun sprachen sie: Du bist auch ge-schlagen, wie wir, und gehet dir wie uns. Deine Prachtist herunter gefahren in die Hölle, sammt dem Klange dei-ner Harfen. Wie bist du vom Himmel gefallen, du schö-ner Morgenstern! Wie bist du zur Erde gefallen, der dudie Völker schwächtest! Gedachtest du doch in deinem Her-zen: ich will in den Himmel steigen und meinen Stuhl überdie Sterne Gottes erhöhen. Ich will' mich setzen auf denBerg in Süden und in Norden, ich will über die hohenWolken fahren und gleich sein dem Allerhöchsten. Und werdich nun flehet, der flehet dich an und saget: „Ist das derMann, der die Welt zittern und die Königreiche bebenmachte? O wie bist du vom Himmel gefallen, du schönerMorgenstern!" *)
So hallte es aus der alten prophetischen Zeit in dieneue herüber, — das große Werk war so gut wie beendigt.
") Jesaias, Cap. 14.