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durch das ganze Land ging, und jede Brust hob sich, undjedes Herz schlug lauter. In jedem Hause, dem bemitteltenund unbemittelten, wurde von weiblichen Händen in ein-trächtigem Kreise Charpie gezupft und in großen Vorräthcnabgegeben. Es wurden in allen Städten, durch welche Ver-wundete kamen, Lazarcthe, Kranken- und Vcrpflegungshäu-ser angelegt und in geordnete Verwaltungen gebracht. DieseVerwaltungen waren von achtbaren, verständigen Frauengeleitet, also umsichtig, bequem und liebevoll. Abwechselndwaren sie, von denen sich Keine ausschloß, selbst die ersten
erwartete Kampf losbrechen sollte, mit ihren drei Söhnen zumir, bittend, daß sie, aus eigenen Mitteln cquipirt, als Frei-willige in der Landwehr angestellt würden. „Das wird schwer-lich geschehen, liebe Frau," war meine Antwort; „der ältesteSohn Robert hat kaum das gesetzmäßige Alter und die für dieStrapazen des Krieges erforderlichen körperlichen Kräfte; dieandern Beiden sind noch zu sehr unausgewachsene Knaben, dazunicht einmal confirmirt." „Eben deßhalb," war ihre Antwort,„ersuche ich Sie, als meinen Seelsorger, sich meiner Söhneund meines Wunsches anzunehmen und ihre Annahme bei derBehörde zu bewirken, — vielleicht gestattet man eine Ausnahme!"Aufs Beste unterstützte ich diesen mütterlichen Heroismus; aber erwurde, als gesetzwidrig, zurückgewiesen; kaum der Aelteste wurdeangenommen und registrirt. Darüber war die Mutter, eine ver-ständige Frau, traurig und betrübt, und ich mußte sie trösten.Es war, als wenn die weibliche Natur, die den Frieden unddas Haus sonst liebt, und Gefahren von geliebten Kindernsorgsam abhält, sich geändert und einen Spartanischen Charakterangenommen hätte. Und so war es überall, in jedem Dorfe,in jeder Stadt. Man sah Gelehrte, Candidaten der Theolo-gie, Beamte, Väter, Studenten, Schüler, Bürger, Bauern-söhne freudig zu den Waffen eilen, und Frauen, Mütter,Schwestern und Bräute weinten beim Abschiede Freudenthränen.Eine herrliche Zeit!