Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
Seite
135
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mit Bleistift geschrieben hatte. Auf Seinen Befehl mußtedas Fräulein von Reinbrccht, Kammerfrau der HochseligcnKöniginn, sich ebenso ihre Haare ordnen, als die Vollendetegetragen, und mußte mir dazu sitzen."

„Eines Tages öffnete sich langsam die Thüre, der König,beide Arme beladen, öffnete sie langsam und vorsichtig, undbrachte mir Bilder der Königinn, die Er im Palais zusam-mengesucht und die ich benutzen sollte. So entstanden einigeGemälde der Hochseligcn in verschiedenen Anzügen. Aberwie ich damals noch in Pastell malte, sagte der König:„Die Pastellsarben verbleichen; ich möchte das Bild in Oelhaben; wissen Sie einen jungen Maler, der Talent hat? Dersoll es treu und einfach copiren." Wach nannte ich, der, vonder Prinzessinn Radziwill dazu aufgefordert, dann auch zurZufriedenheit des Königs es copirte. Noch immer hatte derKönig das Bild der Leiche nicht gesehen. Die Oberhosmei-sterinn Gräsinn von Voß hatte mir gedrohct: „wenn ich esje dem Könige zeigte, so müsse ich fort, oder sie nähme denAbschied"; ich hatte darum stets Ausflüchte gesucht, wenn derKönig darnach fragte. Endlich sagte Er eines Nachmittags:„Ich kann mir wohl denken, warum Sie mir das Bild nichtzeigen wollen; bin aber darauf vorbereitet, ich habe heutedie Maske von Strelitz bekommen, ich will es jetzt sehen."Da mußte ich gehorchen; kaum hatte Er aber einen Blickdarauf geworfen, als Er in ein lautes Weinen *) ausbrach.

Vorher, bei dem Tode der Königinn, konnte der König nichtweinen; Sein ganzes Leben war erstarrt und Sein Blick stier.Thräncn sind Erleichterung; erstickt, graben sie sich blutend indas Herz.