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Stilling in seiner Biographie, Lehrjahre 5ter Theil (Berlinund Leipzig 1864), sagt Seite 69: „Seit einiger Zeit stu-dirt (1799) ein junger Kavalier aus Wcstphalen, vonVincke, zu Marburg; er logirt in Stilling's Hause undspeiset auch an seinem Tische; er gehört unter die trefflichstenJünglinge, die jemals hier studirt haben." Edclmuth undsittliche Kraft bewies er still und unbemerkt schon in seinerJugend dadurch, daß er mit seinem akademischen Freunde,dessen Vater plötzlich ohne Vermögen gestorben war, seinenWechsel theilte, sich einschränkte, und keine Schulden machte.Als König Friedrich Wilhelm Ii. bei seiner Anwesenheit zuMinden den jungen von Vincke, der sich seine Jugend langeerhielt, ansah und den damaligen Obcrpräsidentcn, nachhc-rigen Staatsministcr von Stein fragte: „Macht man hierKinder zu Landräthen?" antwortete derselbe: „Ja, ein Jüng-ling von Jahren, aber ein Mann am Verstände"; und daswurde er immer mehr mit der Zeit und ihrer Erfahrung.Ganz Ostsriesland (das wir leider verloren haben) segnet seinAndenken, das des Präsidenten zu Aurich. Er machte mitseinem Freunde, dem Regierungsrath Hecht, eine Reise nachSpanien, und die veredelte Schafzucht in Preußen, und dannin ganz Deutschland, war das Resultat dieser Sendung.Bei.seinem Aufenthalte in England lernte er die Verfassungdesselben kennen und seine Schrift darüber fand bei allenSachkundigen ungetheilten Beifall. Er war ein klarer, den-kender, mehr gut componirender, als erfinderischer Kopf,und hatte von allen Gegenständen, die im Leben vorkommen,eine gesunde, richtige und frische Ansicht. Seine amtlicheLausbahn führte ihn in praktische Dinge; doch ruheten frucht-bar und orientirend die Theorien in seiner wissenschaftlichenBildung. Zwar hatte er nicht Zeit, Philosophie, Sprachen