Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
Seite
52
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der Wahrheit und des Lichtes. Ob dieß in der Natur derSache liegt, nach welcher die Unwissenheit den Aberglaubenerzeugt, und die Zunahme an Licht dem Glauben nichtimmer günstig ist, oft sogar Unglaube und Jndifferentismuswird, bleibe hier ununtcrfucht. Genug es giebt Ahnungen, *)

") Es sei dem Referenten vergönnt, von den vielen Ahnungen,die er kennt, nur zwei, deren Gewißheit er verbürgen kannund deren Gewicht und Nützlichkeit der Erfolg rechtfertigt,hier anführen und erzählen zu dürfen. Es war den I2tcn De-ccmbcr 180S, als mit dem Concionator der katholischen, demPrediger der lutherischen, der rcformirtcn Gemeinde und derenRcntmcistcr, der Prediger N. zu M. den gewöhnlichen jähr-lichen Umgang von Haus zu Haus der Stadt hielt, um dieSubscription der Einwohner zur Armenpflege für das Jahr1806, nach den Grundsätzen und der Einrichtung der dortigenArmcnanstalt, einzuholen. Sie waren bis an das Clevischc Thorgekommen, als sie bei dem in der Nähe desselben wohnendenBürgermeister, dem Assistcnzrath W., kamen, um bei den Di-rektor des Armcndircctoriums Rechenschaft über das Resultatihrer Bemühungen abzulegen. Hier blieben sie und ruhctenbei freundschaftlicher Bewirthung von ihrem mühevollen Tage-werke aus. Es.wurden allerlei lustige Schnurren über die ge-habten Collecten erzählt, unter andern auch, daß durchgängigdas weibliche Geschlecht kärger und an sich haltender bei derSubscription gewesen wäre, als das männliche, und daß manchedrollige Sccnc dabei zwischen Mann und Frau, wenn jenermehr geben wollte als diese, vorgefallen sei. Auf einmal, ohneallen historischen und psychologischen verbindenden Zusammen-hang, überfällt den P. N. ein seltsames Gefühl, dem er nochjetzt keinen rechten Namen zu geben weiß; es war ein sonder-bares Gemisch zwischen Freude und Traurigkeit. Es war ihm,als wenn er eine Stimme von innen heraus hörte, die ver-nehmlich und deutlich sagte: ,,in diesem Augenblick geschieht Et-was, was dein Schicksal aus seinen Angeln hebt." Er ver-schwieg, was er fühlte und gehört hatte. Er schämte sich, eszu sagen; es wurde ihm aber wunderlich zu Muthe, so dass er