Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
Seite
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voll; körperlich entwickelt er sich eben so gut, als geistig.Er hat oft naive Einfälle, die uns zum Lachen reizen. Erist heiter und witzig. Sein unaufhörliches Fragen setzt michoft in Verlegenheit, weil ich es nicht beantworten kann unddarf; doch zeigt es von Wißbegierde zuweilen, wenn erschlau lächelt, auch von Neugierde. Er wird, ohne dieTheilnahme an dem Wohl und Wehe Anderer zu verlieren,leicht und fröhlich durch's Leben gehen. Unsere TochterAlcxandrine ist, wie Mädchen ihres Alters und Naturellssind, anschmiegend und kindlich. Sie zeigt eine richtige Auf-fassungsgabe, viel Verstand, eine lebhafte Einbildungskraft,und kann oft herzlich lachen. Für das Komische hat sie vielSinn und Empfänglichkeit. Sie hat Anlage zum Satyri-schcn und flehet dabei ernsthaft aus, doch schadet das ihrerGemüthlichkeit nicht. Von der kleinen Luise läßt sich nochnichts sagen. Sie hat das Profil ihres redlichen Vatersund die Augen des Königs, nur etwas Heller. Sie heißtLuise; möge sie ihrer Ahnfrau, der liebenswürdigen undfrommen Luise von Oranicn, der würdigen Gemahlinn desgroßen Churfürstcn, ähnlich werden. Da habe ich Ihnen,geliebter Vater, meine ganze Gallcrie*) vorgeführt. Siewerden sagen: das ist Mal eine in ihre Kinder verliebteMutter, die an ihnen nur Gutes flehet, und für ihre Män-gel und Fehler keine Augen hat. Und in Wahrheit, böseAnlagen, die für die Zukunft besorgt machen, finde ich anallen nicht. Sie haben, wie andere Menschenkinder, auchihre Unarten; aber diese verlieren sich mit der Zeit, so wie

Der Prinz Albrccht, das jüngste Kind, war damals, als dieKöniginn dieß schrieb, noch nicht geboren.