Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
Seite
26
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fromme, ergebene Tochter haben, und daß die Grundsätzechristlicher Gottesfurcht, die ich Ihren Belehrungen undIhrem frommen Beispiele verdanke, ihre Früchte getragenhaben, und tragen werden, so lange Odem in mir ist.

Gern werden Sic, lieber Vater, hören, daß das Un-glück, welches uns getroffen, in unser eheliches und häus-liches Leben nicht eingedrungen ist; vielmehr dasselbe befestigtund uns noch werther gemacht hat. Der König, der besteMensch, ist gütiger und liebevoller, wie je. Ost glaube ichin Ihm den Liebhaber, den Bräutigam zu sehen. Mehr inHandlungen, wie Er ist, als in Worten, ersehe ich die Auf-merksamkeit, die Er in allen Stücken für mich hat, undnoch gestern sagte Er schlicht und einfach, mit seinen treuenAugen mich ansehend, zu mir:Du, liebe Luise! bist mirim Unglück noch werthcr und lieber geworden. Nun weißich aus Erfahrung, was ich an Dir habe. Mag es drau-ßen stürmen, wenn es in unserer Ehe nur gut Wetter istund bleibt. Weil ich Dich so lieb habe, habe ich unserjüngst geborenes Töchterchen Luise genannt. Möge es seineLuise werden." Bis zu Thränen rührte mich diese Güte.Es ist mein Stolz, meine Freude und mein Glück, die Liebeund Zufriedenheit des besten Mannes zu besitzen, und weilich Ihn von Herzen wieder liebe und wir so miteinanderEins sind, daß der Wille des Einen auch der Wille desAndern ist, wird es mir leicht, dicß glückliche Einvcrständ-niß, welches mit den Jahren inniger geworden ist, zu er-halten. Mit einem Worte, Er gefällt mir in allen Stückenund ich gefalle Ihm, und uns ist am wohlstcn, wenn wirzusammen sind. Verzeihen Sie, lieber Vater! daß ich dicßmit einer gewissen Ruhmredigkeit sage; es liegt darin derkunstlose Ausdruck meines Glückes, welches Keinem auf der