13
Luise heißen möchte." In solcher Auswahl lag eine Zart-heit, Liebe und Achtung, welche die Königinn tief suhlte undanerkannte. Ihren hohen Werth hatte Er in der Roth,die Sie redlich und ganz mit Ihm thcilte, erst kennen undschätzen gelernt. Er wußte, was Er an Ihr hatte, undIhr und Ihrer Liebenswürdigkeit verdankte Er die sanfteAufheiterung, die Er in Ihrem Umgange auch in trübenStunden fand. Ganz nach Seinen Geschmack hatte Sie zurZeit des Unglücks, um sich dasselbe aus dem Sinn zu schla-gen, nicht in zerstreuenden Festen und Lustbarkeiten, sondernin Zurückgezogcnheit und Einschränkung, durch ein weises,christliches Schicken in die böse Zeit, sich noch mehr SeineAchtung und Liebe erworben.
Wie konnte Er diese sympathetische Einheit, diese festeAnhänglichkeit treffender und wahrer an den Tag legen,als wenn er der hinzugekommenen Tochter den theuren Na-men der verehrten und geliebten Luise gab! Es war damitein unvergängliches Denkmal der Liebe und Treue, zur Zeitgroßer Drangsal in der Königlichen Familie, in Ihrer unddes Vaterlandes Geschichte gestiftet und über Beide war einHoffnungsstern aufgegangen. Auch für das Vaterland; dennder König bewies bei dieser feierlichen Veranlassung, daßEr wohl wisse, wie die wahre Kraft und Stärke nicht in
Heimrath Or. Augustin, Potsdam 183? bei Riegel." Hufelandschätzte und liebte seinen College» Augustin schon längst, durchvereinte wissenschaftliche Bestrebungen mit ihm innig verbun-den. Am Krankenbette eines Gemcindcgliedes hörte der Refe-rent ihn sagen: Nichts Angemesseneres und Besseres kann ichverordnen, als Augustin; wo Er ist, bin ich nicht nöthig.