Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
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schlingt, ist ein ewiges, unauflösliches, das zarteste, was esgiebt, und in der Zartheit zugleich das stärkeste. Darumhat das Mutterhcrz auch seine ganz eigenthümlichen Rechte,die es geltend macht und in deren Besitze und Genüsse esnicht gestört und getrübt sein will. Was diese beschränktund verletzt, beengt und verwundet das ganze Wesen; wassie verdunkelt und der kalten Vernunft unterordnen will,wird auch in seiner Wahrheit und Klarheit nicht begriffen,und Liebe, oft bis zur Schwäche, ist und bleibt der Angel-punkt, um welchen sich das Leben in der Gesammtheit allerseiner Kräfte bewegt. Darum giebt es keinen Schmerz inder Welt, der tiefer, nagender, unaussprechlicher und ver-wirrender ist, als der Muttcrschmerz über ein leidendes Kind;und er steigert sich bis zur Angst und Roth, wenn es einpflichtvergessenes und undankbares, in Sünde gefallenes Kindist. Für solchen Schmerz hat unsere tiefe, gcmüthvolle Sprachedas Wort:Herzeleid", ein Leid, das man in sich ver-schließt und keinem Menschen klagen kann und mag. AlleGründe der Vernunft, die zu ernsten, züchtigenden, bessern-den Maßregeln rathen, verhallen; der Verstand erkennt sie alswahr und gut, das Herz aber widerstrebt ihnen, und schweigtnicht, wenn auch der Mund verstummen muß. Es ist alswenn die Liebe sich gerade in dein ungerathenem Kinde con-centrire und mit der Roth wüchse. Es ist als ob, vondieser gedrängt, nun weiter kein Raum mehr im Herzenwäre. Es kann Alles, die ganze friedliche Heerde verlassenund wegeilen, um nur das Eine verlorene, in der Wüste her-umirrende Schaf zu suchen, um, würde es gesunden, das-selbe auf die Schultern zu nehmen und es heimzutragen mitFreuden in's Vater- und Mutterhaus. Und wunderbar!selbst den Schmerz gewinnt das Mutterherz lieb, hegt und