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10 (1898) Französische Zustände : 2
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66 Französische Zustände. II.

denn erstens sind ihre Kisten nicht von Eisen, und dann Wösten siereicher scheinen, als sie sind.

Ja, zu meinen sonderbaren Mißgeschicken gehörte auch, daßnie jemand an meine eigenen Geldnöten glauben wollte. In derMagna Charta, welche, wie uns Cervantes berichtet, der Gott Apolloden Poeten oktroyiert hat, laniet freilich der erste Paragraph: „Wennein Poet versichert, daß er kein Geld habe, solle man ihm auf seinbloßes Wort glauben, und keinen Eidschwnr verlangen" — ach! ichberief mich vergebens auf dieses Vorrecht meines Pvctenstandes.So geschah es auch, daß die Verleumdung leichtes Spiel hatte, alssie die Motive, welche mich bewogen, die in Rede stehende Pensionanzunehmen, nicht den natürlichsten Nöten und Befugnissen zuschrieb.Ich erinnere mich, als damals mehrere meiner Landslcnte, darunterder Entschiedenste und Geistreichste, Or. Marx, zu mir kamen, umihren Unwillen über den verleumderischen Artikel der „AligemeinenZeitung" auszusprechen, rieten sie mir, kein Wort darauf zu antwvrten,indem sie selbst bereits in deutschen Blättern sich dahin geäußerthätten, daß ich die empfangene Pension gewiß nur in der Absichtangenommen, um meine ärmeren Parteigenossen thätiger unterstützenzu können. Solches sagten mir sowohl der ehemalige Herausgeberder „Neuen Rheinischen Zeitung" als auch die Freunde, welche seinenKencralstab bildeten; ich aber dankte für die liebreiche Teilnahme,und ich versicherte diesen Freunden, daß sie sich geirrt, daß ichgewöhnlich jene Pension sehr gut für mich selbst brauchen konnte,und daß ich dem böswilligen anonymen Artikel der „AllgemeinenZeitung" nicht indirekt durch meine Freunde, sondern direkt miteigener Namensnnterschrift entgegentreten müsse.

Bei dieser Gelegenheit will ich auch erwähnen, daß die Redaktiondes französischen Flugblattes, die „Revue Retrospektive", ans welchessich der Korrespondent der „Allgemeinen Zeitung" berief, ihren Un-willen über eine solche Citativn in einer bestimmten Abwehr bezeigenwollte, die übrigens ganz überflüssig gewesen wäre, da der flüchtigsteAnblick ans jenes französische Blatt hinlänglich darthat, daß dasselbean jeder Verunglimpfung meines NamenS unschuldig; doch dieExistenz jenes Blattes, welches in zwanglosen Lieferungen erschien,war sehr ephemer, und es ward von dem tollen Tagcsstrudcl ver-schlungen, bevor es die projektierte Abivehr bringen konnte. DerRedactcur an oüak jener retrospektiven Revue war der BuchhändlerPaulin, ein wackerer, ehrlicher Mann, der sich mir seit zwei Tecennienimmer sehr teilnehmend und dienstwillig erwiesen; durch GeschäftS-beziige und gemeinschaftliche intime Freunde hatten wir Gelegenheit,uns wechselseitig hochschätzen und achten zu lernen. Panlin war derAssocis meines FrenndeS Dubvchct, er liebt wie einen Bruder meinenvielberühmten Freund Mignet und er vergöttert Thiers, welcher,