Das Biirgcrkönigtmn im Jahre 1832. 183
Spielzeug genommen hat und wieder zurückgiebt; sobald sie es inHänden haben, werden sie es lachend zerschlagen und mit Füßentreten, und ich sehe schon voraus, wie viel schlechte Witze gerissenwerden, wenn die große Prozession anlangt mit den Reliquien vonSt. Helena. Jetzt schwärmen sie genug, die gutmütig leichtsinnigenFranzosen. Sie sind mit den Lebenden so unzufrieden, daß sie Gottweiß was von dem Toten erwarten. Ihr irrt euch. Ihr werdeteinen sehr stillen Mann an ihm finden.
Während aber der kluge Präsident des CvnseilS die National-eitelkeit unserer lieben Kechenäer, der Maulaufsperrer an der Seine,mit Erfolg zu kitzeln und auszubeuten weiß, zeigt er sich sehr indif-ferent in einer Sache, wo nicht die Interessen eines Landes odereines Volkes, sondern die Interessen der Menschheit selbst in Betrachtkommen. Ist es Mangel an liberalem Gefühl oder an Scharfsinn,was ihn verleitete, für den französischen Konsul, dem in der Tragödiezu Damaskus die schändlichste Rolle zugeschrieben wird, offenbarPartei zu nehmen? Nein, Herr Thiers ist ein Mann von großerEinsicht und Humanität, aber er ist auch Staatsmann, er bedarfnicht bloß der revolutionären Sympathien, er hat Helfer nötig vonseder Sorte, er muß transigieren, er braucht eine Majorität in derPairskammer, er kann den Klerus als ein gouvernementales Mittelbenutzen, nämlich jenen Teil des Klerus, der, von der älteren Bvur-bonischen Linie nichts mehr erwartend, sich der jetzigen Regierungangeschlossen hat. Zu diesem Teil des Klerus, welchen man denolsi-Aö railis nennt, gehören sehr viele Ultramvntanen, deren Organein Journal, Namens „Univers"; letztere erwarten das Heil derKirche von Herrn Thiers, und dieser sucht wieder in jenen seineStütze. Graf Montalembert, das rührigste Mitglied der frommenGesellschaft und seit dem ersten März auch Seide des Herrn Thiers,ist der sichtbare Vermittler zwischen dem Sohn der Revolution undden Bätern des Glanbens, zwischen dem ehemaligen Redacteur des„National" und den jetzigen Redactoren des „Univers", die in ihrenKolumnen alles Mögliche aufbieten, um der Welt glauben zu machen,die Juden fräßen alte Kapuziner und der Graf Ratti-Mentvn seiein ehrlicher Mann. Graf Ratti-Menton, ein Freund, vielleicht nurein Werkzeug der Freunde des Grafen Montalembert, war früherfranzösischer Konsul in Sicilien, wo er zweimal Bankerott machteund fortgeschafft ward. Später war er Konsul in Tiflis, wo erebenfalls das Feld räumen mußte, und zwar wegen Dingen, die nichtsonderlich ehrender Art sind; nur so viel will ich bemerken, daßdamals der russische Botschafter zu Paris, Graf Pahlen, dein hiesigenMinister der auswärtigen Angelegenheiten, Grafen Mols, die be-stimmte Anzeige machte: im Fall nian den Herrn Ratti-Menton nichtvon Tiflis abberufe, werde die kaiserlich russische Regierung denselben