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9 (1898) Französische Zustände : 1
Entstehung
Seite
168
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16? Französische Zustünde, I,

Porzellan-Kaiser ist schon vor Gram das Herz gebrochen! Der Gut-outta ^clvsrtissi- scheint der oben erwähnten mongolischen Zeitnngs-nachricht keinen Glanben zu schenken, und behauptet vielmehr, daßEngländer, welche jüngst den Himalaja bestiegen, den Fürsten PinklerMiuskau auf den Flügeln eines Greifen durch die Lüfte fliegen sahen.Jenes Journal bemerkt, daß der erlauchte Reisende sich wahrscheinlichnach dem Berge Kaf begab, um dem Vogel Simurgh, der dort haust,seinen Besuch abzustatten und mit ihm über antediluviauische Politikzu plaudern, Aber der alte Simurgh, der Dekan der Diplomaten,der Ex-Vesier so vieler präadamitischen Sultane, die alle weiße Röckeund rote Hosen getragen, residiert er nicht während den Sommer-monaten auf seinem Schloß Johannisberg am Rhein? Ich habeden Wein, der dort wächst, immer für den besten gehalten, und füreinen gar klugen Vogel hielt ich immer den Herrn des Johannis-bergs; aber mein Respekt hat sich noch vermehrt, seitdem ich weiß,in welchem hohen Grade er meine Gedichte liebt, und daß er einstEurer Durchlaucht erzählte, wie er bei der Lektüre derselben zuweilenThränen vergossen habe. Ich wollte, er läse auch einmal zur Ab-wechselung die Gedichte meiner Parnaßgenossen, der heutigen Gesin-nnngspoeten; er wird freilich bei dieser Lektüre nicht weinen, aberdesto herzlicher lachen,

Jedoch noch immer weiß ich nicht ganz bestimmt den Aufent-haltsort des Verstorbenen, des lebendigsten aller Verstorbenen, derso viel Titnlarlebendige überlebt hat, Wo ist er jetzt? Im Abend-land oder im Morgenland? In China oder in England? In Hosenvon Nanking oder von Manchester? In Vorderasien oder in Hiuter-pommern? Muß ich mein Buch nach Kyritz adressieren oder nachTombuktu, posts rsstants? Gleichviel, wo er auch sei, überallverfolgen ihn die heiter treuherzigsten und wehmütig tollsten Grüßeseines ergebenen

Paris, den S3, August 1W4,

Heinrich Heinr.

auch trotten oder galoppieren, überall werden meine Gedanken hinter Ihnen hertrotten nnd galoppieren und Ihnen Dinge ins Ohr flüstern, über die Sie lachenmüssen. Sie werden Ihnen auch sagen, wie sehr ich Sie liebe nnd bewundere,nnd wie viele herzliche Wünsche ich für Sie hege, an welchem Ort Sie auch weilen!Und damit, mein Fürst, bete ich zu Gott, daß er Sie in seine heilige und er-habene Hut nehme".