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Sie soll von elnem Römischen Lager entstanden seyn, und das Grad des KaisersValentinian enthalten. Auch sollen daselbst die Austrasischen Könige einen Kö»nigshof gehabt, und in der angenehmen Jahrszeit residirt haben- — Friedrich I.umgab Andernach am Anfang des XII. Jahrhunderts mit Mauern und befestigtees. — Merkwürdig ist es, daß ehedem das Gericht aus einem Thcil adelicherSchoppen bestund. Noch wirklich ist ein Burgermeister immer aus der Ritterschaft,auch ein Theil der Schoppen. Allein sie wohnen schon siit langer Zeit nicht mehrdem Gericht oder dem Rath bey. Im Mittelalter waren die Andernacher be»sonders unruhig und lebten unter andern mit den Linzcrn in grosser Feindschaft,welcher Nazionalhaß unter den gemeinen Leuten noch wirklich fortdauert. Ebeneinen solchen Haß sollen die Linzer und Unkeler auch gegen die Erpeler hegen. Sonstgieng der Haß zwischen Andernach und Linz soweit, daß sie sich nicht untereinanderverheyratheten; welches iedoch letzt wegfallt; denn die .Aufklarung dringt auch indiese Gegenden allmalig ein und verdrangt nach und nach die alten Vorurtheile.
Andernach hat in frühern Zeiten vortrefliche Manner hervorgebracht — Derberühmte Arzt Johann Gunther (Quintsserins chnciernacus) war daselbst 1497-von geringen Eltern geboren; er lehrte zuerst die Griechische Sprache öffentlich zuLöwen, ward Doktor der Arzneykunstzu Paris, und erhielt den Titel eines Kötligilichen Arztes (Xleclicns Lcgius^); er war glücklich in der Ausübung, und führtedie bis dahin vernachlaßigte Zergliederungskunft ein. Er begab sich wegen Kriegs»zeiten nach Mez, und nach einigen Jahren anfStraßburg, wo er Lehrer und aus»übender Arzt war, und daselbst im I. 1574 im 87. Jahr seines Alters verschied.—Er schrieb viel Eigenes, übersetzte viel, und gab verschiedene noch nicht erschienenealte Schriften heraus. — Seine eigene Schriften sind: ^natomicarum Intti-rncionum Dib. IV. Lasch 1536. 8. mehrmals wieder aufgelegt.— De victus etmeäemli racions peftilenriae maxime tempore, Brgenr. 1542. 8. mehrmalsaufgel. — De peftilentia comment. Brgent. 1565. 8> — (l>masciorum eom-mentariolus, chrZent. 1606. 8. ein hinterlassenes Werk.— De meäieina ve-rein et noua, Lasch 1571. ?ol. 2 Voll.—> De kalneis et agui8 meäiearis. chr.Fent. 1565. 8.—- Er gab zuerst heraus: Ilippocratis cie msäicamencis pur-gacorÜZ Dibell. zu Basel 1556. 8- und vorhin Oribassi commenr. in aplrorilmozIlippocraris, Venetiis ap lo. Bnton. cie lXicolinis cle Ladio, 15z 2. 8-— Erübersetzte aus dem Griechischen des Galen ins lateinische die Bücher cle cüekus cle-cretoriis — 6e anatomicis aclminisirarionibns — <le plenituöine — introclu-ctio seu meäicus —- Lomment. in Dlb Dipp. cle nar. Irumana — 6e semine —
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