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3. Heft (1789) [Mit Prospekten ; nebst Zusätzen und Verbesserungen zum zweyten Heft]
Entstehung
Seite
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Was aberjeßt folgt, ist zuverlässiger. Churfürst Sellentin, ein geborner Grafvon Isenburg, legte am IZ. Sept. 1577» auf dem Landtag zu Brühl die Regie»rung feierlich nieder, weil er, als der einzige noch übrige männliche Erbe seines Hau-ses, die Familie nicht aussterben lassen wollte. Er vermahlte sich also den i o. Dec.mit einer Grafin von Arenberg. Das Cöllnische Domkapitel schritt nun zu einerneuen Wahl. Es waren zwey Eandldaten, die sich um das Erzbifithmn und dieEhurwürde bewarben, nämlich Ernst Herzog in Bayern, Bischof zu Freysingenund Hildesheim, und Gebhard Graf von Truchseß - Walburg in Scheer, ausSchwaben. Für den ersten bemühten sich der Pabst Gregor XIII. Kaiser Ru-dolph und mehrere Könige und Fürsten. Gebhard hatte aber im Domkcpi-tel auch seine Anhänger, und ward durch die Mehrheit bloß einer einzigen Stim-me gewählt. Herzog Ernst fieng hierüber mit Gebhard einen Proceß zu Rom an.Gebhard aber konnte, nach den Rechten, unmöglich verlieren; und einen Macht»spruch zu thun, war wegen der mächtigen AnHanger Gebhards, worunter derCöll-Nische Domkapitular, Hermann Grafvon Neuenar und andre waren, Nicht rath-sam. Seine Wahl ward also, nachdem er am 24. April 1578 den gewöhnlichenEid abgelegt halte, vom Pabst bestätiget; und der Kaiser hatte nichts weiter dabei)zu erinnern- Da aber Gebhards Feinde allzeit wachsam waren, seine Schwachenaufzuspüren, entdeckten sie, daß er die Grästn Agnes von Mansfeld, aus Thü-ringen, Canonissin im Stift Gerresheim unweit Düsseldorf, wohl leiden mochte.Kein Wnnder; dem? er war ein junger, lebhafter, sehr artiger und liebenswürdigerMann; und Agnes war ebenfalls jung, schön und reißend. Gebhards LeideuAhaftwar also, obgleich er ein Erzbischof war, gewiß sehr verzeihlich. Maria- die Schwesterder Grafin Agnes, hatte den Baron Peter Ernst von Kriechingen geheyrathet.Diesem räumte Gebhard die grosse Hofkanzle!? zu Bonn zur Wohnung ein ; undAgnes hielt sich bey ihrer Schwester auf. Gebhard hatte schon vorhin mit derGrafin Agnes zu Cölln, zu Brühl und zu Mors Bekanntschaft gemacht. Abernun wuchs seine Liebe zu der schönen Agnes taglich; und Agnes liebte ihren Geb-shard nicht minder, Es konnte nicht ausbleiben: Aberglaube, Fanatismus, Neidund Verleumdungssucht streuten von den beyden Verliebten die ärgerlichsten Ge-rüchte aus. Man konnte nicht begreifen, daß ein Erzbischof und eine Stiftsda-me, die beyde jung und schön waren, einander lieben dürften. Man rechnete esbeyden zu de??? schwärzesten Verbrechen an. Sogar Peter Ernst und Hojer,Brüder der Gräfin Agnes, sollen den Erzbischofsehr ernsthaft darüber zur Rede ge-stellt haben. Gebhard, ein redlicher Mann, versprach also am Anfang des Jahrs