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3. Heft (1789) [Mit Prospekten ; nebst Zusätzen und Verbesserungen zum zweyten Heft]
Entstehung
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Spitze/ worauf ein Kreutz steht. Man nennt es daher das hohe Kreutz. JederAbsatz hat vier Nischen. In jeder Nische hat ehedem eine Statue eines Heiligen,(vielleicht eines Apostels,) gestanden. Dieses ist daraus zu schließen, weil diesesDenkmal gerade zwölf Nischen hat, und also vermuthlich den zwölf Aposteln znEhren errichtet worden, Jetzt erblickt man nur noch einige verstümmelte Statuenin demselben. Auch sieht man ganz deutlich, daß es durch Kanonenkugeln beschä-digt worden, entweder in den Unruhen des Churfürsten Gebhard V0N Truchstß,(der in der letzten Hälfte des XVI. Jahrhunderts die protestantische Religion ein-führen wollte und daher 15 84- vom Pabst Gregor XIII. abgesetzt und durch sei-nen Nachfolger, Herzog Ernst V0N Bayern, aus dem Laude gejagt wurde;) oder imdrepsigjahrigen Kriege, oder aber auch bei) den Französischen und HolländischenVerheerungen am Ende des vorigen und am Anfang dieses Jahrhunderts.«') Bei)

diesen

») Die Stadt Bonn mußte überhaupt viele Schicksale erdulden; ohne bis auf die frühem Zeiten zu-rückzugehen, darf man sich nur an folgende Vorfalle erinnern. Als sich, (nach dem am z. Inn. 16x8.erfolgten Tode des Churfürsten Maximilian Heinrich, eines geb. Herzogs von Bayern,) der von den«König Ludwig XIV. von Frankreich begünstigte Cardinal Wilhelm Egon von Fursicnberg,erwählter Coadjutor des Erzsiifts, und der vom Kaiser und Pabst unterstützte bayrische Prinz JosephClemens um die Churwürdc zankten, nnd die Stimme» des Domkapircls gethcilt waren : setzte sichder Cardinal mit Französ. Truppen in Bonn vest, und bemächtigte sich aller Baarschaft und Pretio-sen des verstorbenen Churfürsten. Die Franzosen verheerten inzwischen einen grossen Theil von Deutsch-land. Die Parthey des Joseph Clemens ergriff Friedrich Wilhelm Churfürst von Branden-burg, nachmaliger König von Preußen, belagerte, mir den Kaiserlichen,Holländischen und Münsterschei»Truppen vereinigt, die Stadt Bonn, und eroberte sie, nachdem sie fast ganz in einen Sreinhaufen ver-wandelt war, den zc>. Sept. 1689. Als nachher (1701.) bcy der Spanischen Sncecssionssachc eben die-ser Joseph Clemens es mit Frankreich und dem Herzog von Anjou, zwcyten Sohn des Dau-phins, hielt, Kaiser Leopold aber seinen jüngcrn Sohn, den Erzherzog Carl auf den Spanischen Thronbringen wollte: ficng Joseph Clemens an, Truppen zu werben und 16000 Mann Französische Trup-pen (die man bey Strafe des Nasen - und Ohrenabschneidens nicht Franzosische, sondern nur Bur-gundlsche Truppen nennen durfte,) ins Erzstift zu ziehen. Die Folge davon war, ungeachtet allesProtestircns von Seiten des Churfürsten, der Zorn des Kaisers. Das Erzstift wurde von der vereinigtenVrandcnburgischcn und Holländischen Armee besetzt. Joseph Clemens, obgleich er die Stadt Bonndurch Französische Ingenieurs hatte bevestigcn lassen, sah sich genothigt, de»-z. Ott. i?on. nach Di-uank und nachher allmählig nach Luxemburg,. Riffel und Valencienucs zu flüchten, und Ton»unter dem Commando des Marguis d' Allegre zu lassen. Der Holländische General, Baron vonCoeheru, ficng hierauf (-70Z. den y.May) die Belagerung Bonns an; und nahm es, nachdem er es fastganz zusammengeschossen, den i?ten desselben Monats, durch eine am 16. unterzeichnete Capitulation ein.Das Erzstift mußte noch über das den Alliirten die Kricgskostcn mit -45/72.9 Rthlr. z8 Albus 8 Hellerbezahlen. So schlugen die übclbcrathencn Fürsten, Ferdinand l. und Joseph Clemens dem Erz-stift fast unheilbare Wunden, wovon es sich nachher, unter der wohlthätigen Regierung Clemens Au-gusts nach und nach wieder erholte. Das gute Erzstift war überhaupt drcy Jahrhunderte langein Raub der schrecklichsten Verwüstungen. Im XV. Jahrhundert erschöpfte es Th-edcrich II. einseb. Graf von Mors, (.«gierte von« «4-4. bis 1462.) dadurch, daß er dem Kaiser Sigismund im

Hussitem-