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3. Heft (1789) [Mit Prospekten ; nebst Zusätzen und Verbesserungen zum zweyten Heft]
Entstehung
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datirt sind.*) Der letzt regierende Churfürst ist kein Liebhaber von der Jagd: Erbeschäftigt sich bloß mir der Regierung und dem Wohl seiner Unterrhanen; nnd sei-ne Nebenstunven widmet er der Musik/ wovon er ein grosser Liebhaber und Kennerist; denn er selbst spielt die Bratsche ganz vortreflich. Daher wird dieses Lustschloßjetzt von dem Hofe wenig oder gar nicht besucht»

Auf

») Churfürst Clemens August, ein Sohn Maximilian Emmanuels/ Churfürsten in Bayern, warden 17. Ang. 1700. zu Brüßcl, wo sein Vater damals Keneralgouvcrncur war, geboren. Weil es aberdieser kurz darauf mit Frankreich gegen Oesterreich hielt, so verliest er Brüßel, begab sich nach Mün-chcn, fieng gegen Oesterreich offenbare Feindseligkeiten an und schlug im 1.170z. den Kaiserlichen Ge-neral Styrum bcy Höchst. Aber, nach seiner im I. 1704. bey Schellcnberg erlittenen Niederlage,flüchtete er sich mir genauer Noch nach Straßburg, und war gcnvthigt, die Verwaltung Bayerns sei-ner Gemahlin, der Churfürstin Theresia Cunegundis, zu überlassen. Nach dem darauf erfolgten To-de Kaiser Leopolds bemächtigte sich Kaiser Joseph I. Bayerns z die Churfürstin flüchtete sich nachVenedig, und mußte ihre fünf Prinzen in den Händen des Siegers lassen. Der Kaiser ließ die Prin-zen, nämlich Carl Albrecht, Ferdinand/ Philipp Moritz, Clemens August und Theodor/Anfangs nach Gräz in Steycrmark und nachher nach Klagensurt in Kärnthcn bringen, wo sie sehr hartbehandelt und sogar, des herzoglichen Titels beraubt, bloß Grafen von Wittelspach genannt wur-den. Kaiser Carl VI. mildert', nach dem im I. 1711. erfolgten Tode Josephs I. die Gefangenschaftder unglücklichen Prinzen ; sie kamen aber erst 1715. nachdem 17-2. erfolgten Rastadtcr Frieden wie-der zu ihren Eltern. Clemens August und Philipp Moriz wurden zum geistlichen Stande be-stimmt. Clemens August ward, durch Vermittlung seines Onkels, des Churfürsten Joseph Cle-mens von Cölln, den 1?. Der. 1715. zum Coadjutor des Hochstifts Rcgensburg erwählt, worauf er mitseinem Bruder Moriz nach Rom gieng, und unter der unmittelbaren Aufsicht Pabsis Clemens Xk.daselbst seine Studien vollendete. Sein Bruder Moriz starb 171?. Clemens August ward daherin dem nämlichen Jahre durch die eigene Betriebsamkeit des Pabsts Clemens XI. zum Fürstbischof vonMunster und Paderborn erwählt; welche Fürstcnthümcr sonst dein Herzog Moriz, seinen, Bruder,. zugedacht waren. Dagegen trat er seinem jüngern Bruder Theodor die Coadjntorstelle auf Rcgens-burg ab. Joseph Clemens, sein Onkel, erwählte ihn zu seinem Coadjutor; und das CöllnischeDomkapitel entsprach bcy der am 9. May 1777 angestellten Wahl vollkommen seiner Erwartung. Nachdem am 12. Nov. 177.2. erfolgten Tode des Churfürsten Joseph Clemens succcdirtc er in der Chur-wurde; ferner ward er 1774. den 8. Febr. zum Bischof von Hildesheim, den 4. Nov. 1778. zumBischof von Oßnabrück u,.d den 17. Ju!. 1727. zum Großmeister des deutschen Ordens erwählt.--Pabst Benedict XIII. salbte ihn in eigener Person zum Erzbischof 1778. de» 4. Nov. zu Viterbo.

Dieser mächtige und reiche Churfürst war gewiß einer der glänzendsten, großmüthigsten, frcygebig-sten und vortrefflichsten geistlichen Fürsten seiner Zeit. Er lebt noch in dem Andenken der Collner.Prächtig in seinen Gebäuden und an seinem Hofe, frcygebig beynahe bis zur Verschwendung, groß undköniglich in seinen Gesinnungen, mildthätig gegen Arme und Nothlcidendc, äußerst religiös hatte erdie Herzen aller, die hu nur kannten, erobert. Seine Religiosität war ein Erbthcil seines hohen Hau-ses; und seine entschiedene Liebe zur Baukunst, so wie überhaupt zu allen schönen Künsten/hatte erseinem Aufenthalt in Rom zu verdanken. Er führte den, von seinem Vorfahren angefangenen Schloß-bau zu Bonn aus, erbaute das bcy Bonn gelegene Lustschloß Poppelsdorf, das Lustschloß Röttgenoder Herzogöfrcude, das prächtige Schloß zu Brühl, Falkenolust, dicf-754.) abgebrannte Kapu-zincrkirche zu Bonn und andere Gebäude. Seiner grossen Liebe zur Parforcejagd hatte er unstreitig sei-nen unvcrmuthcten Tod zu verdanken, der, wie gesagt, den 4. Februar 1761. erfolgte. Er war vpnsdlkk Bildung, mittlerer Statur, schlank und wohlgewachsen. Er hatte große, blaue Augen, eine an-genehm