bei solcher Schwängerung nie daran gedacht, ober einen Knaben oder ein Mädchen, einen Mopsoder eine Meerkatze wollte. Ich darf mich rühmen,dass ich ihn endlich in den heiligen Dom der Kunstgeführt, seine Hand in die der wahren Muse ge-legt, und über Beide den ehelichen Segen ausge-sprochen habe. Ich bin freilich nicht würdig genug,eine solche Weihe der Poesie auszuüben; doch woder Priester fehlt, da kann auch oft eine schlichteHebamme die Nothtaufe oerrichten. Wahrlich, lieberSteinmann, du wirst vor Verwunderung die Augenaufsperren, wenn du siehst, welch ein tüchtiger Poetunser „Poet" jetzt geworden ist. Er hat meine Er-mahnungen beherzigt, und die oben angedeutetenzwei Hauptfehler: „das Dichten, ohne dabei zudenken" und das Follenische Kraftworteresieren,endlich abgelegt. Ich habe lange nichts so Hübschesund Zartes gelesen, wie eins seiner Sonette; seineApologie des Nibelungenliedes enthält wahre poe-tische Schönheiten und ergreifende Stellen; endlichder Sonettenkranz, womit er des Freundes krankesHaupt umsungeu hat, duftet und flimmert wie gol-dener Johannisberger in einem schöngeschliffenenKrhstallpokal*).Du weißt, ich lobe selten; aber
Das Gedicht auf das Nibelungenlied findet sich inI. B. Rousseau's „Gedichten" (Crcfeld, bei Funke, 1823),