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6 (1828)
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Auslegung der Bergpredigt Christi.

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mit Gewalt fahren, das ihre zu schützen, und lehret uns, daß, werda will das Seine, Gut, Haus und Hof mit Friede regieren undbesitzen, der müsse sanftmüthig seyn, daß er könne versehen und mitVernunft fahren und leiden, was er immer leiden kann. Dennes kann nicht fehlen, es wird zuweilen dein Nachbar sich an dirvergreisten und zu viel thun, entweder aus Versehen, oder auch ausMuthwillen. Jsts Versehen, so machst du es deinethalben nicht gut,daß du nichts willst noch kannst vertragen. Jsts aber Muthwillen,so machest du ihn nur arger, daß du feindlich scharrest und pochest,und er dazu lachet und seine Lust küsset, daß er dich erzürnet undLeide thut, so daß du doch keinen Friede kannst haben, noch desDeinen mit Rübe brauchen.

Darum wähle der zweyen eins, welches du willst, daß du ent-weder mit der Sanftmuth und Geduld unter den Leuten lebest undbehaltest, was du hast, mit Friede und gutem Gewissen, oder mitPoltern und Rumoren das Deine verlierest und keine Ruhe dazuhabest. Denn da stehet beschlossen: Die Sanftmüthigen sol-len das Land besitzen. Und siebe nur selbst die seltsamenKöpfte, die immerdar zancken und hadern um Gut und ander Ding,und niemand weichen, sondern alles mit dem Kopsse hindurch aus-führen wollen, ob sie nicht mehr verHadern und verkriegen, denn sieimmer gewinnen mochten, und zuletzt Land und Leute, Haus undHof verlieren, mit Unfried und bösem Gewissen dazu. So sprichtauch Gott seinen Segen dazu, der heißt also: Seyd ja nicht sanft-müthig, daß ihr das liebe Land ja nicht behaltet, noch einen Bissenmit Frieden geniesset. Willt du aber recht fahren und Ruhe haben,so laß deines Nachbarn Muthwillen und Frevel sich selbst dampftenund verlöschen, sonst kannst du dem Teufel nichts liebers, noch dirselbst mehr zu Leide thun, denn daß du feindlich zürnest und ru-morest. Hast du eine Obrigkeit, so sage es an, und laß sie draufsehen. Denn sie ist darum gefetzt, daß sie es nicht leide, daß mandie Unschuldigen gar unterdrücke. So wird Gott auch wohl drüberhalten, daß sein Wort und Ordnung bleibe, und du dieser Ver-heißung nach das Land besitzest. So hast du Friede und Segenvon Gott, dein Nachbar aber Unfriede samt Gottes Ungnade undFluch.

Aber diese Predigt gehet niemand ein, denn, die Christen sindund glauben und wissen, daß sie ihren Schatz haben im Himmel,der ihnen gewiß ist und nicht kann genommen werden; daher sieauch hier müssen genug haben, ob sie gleich nicht Kasten und Ta-schen voll rother Gulden haben. Weil du denn das weissest, warumV! 3